Agrivoltaik-Projekt in Brandenburg bleibt wegen EU-Streit offline
Agrivoltaik-Anlage in Südbrandenburg bleibt wegen regulatorischer Verzögerungen offline
Die Agrivoltaik-Anlage des Unternehmens Energeno in Südbrandenburg kann wegen behördlicher Verzögerungen nicht in Betrieb gehen. Ursprünglich hatte das Unternehmen geplant, die fast ein Megawatt starke Anlage bis Ende 2024 ans Netz zu bringen. Ohne die Zustimmung der Europäischen Kommission bleibt der Netzanschluss jedoch unvollendet.
Der Stillstand hängt mit dem deutschen Solarpaket 1 zusammen, das eine Erhöhung der Einspeisevergütung für Agrivoltaik-Systeme um 2,5 Cent vorsieht. Brüssel hat die Pläne bisher nicht freigegeben, sodass Projekte wie das von Energeno in der Schwebe hängen.
Die Anlage von Energeno sollte in der ersten Hälfte 2024 rund 465.000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Bei der aktuellen Einspeisevergütung hätte das Unternehmen damit etwa 35.000 Euro erlöst. Mit der geplanten höheren Vergütung wären es fast 45.000 Euro gewesen.
Die Europäische Kommission hat noch keinen Zeitplan für ihre Entscheidung vorgelegt. Falls die Erhöhung genehmigt wird, könnte sie rückwirkend oder ab dem Beschlussdatum gelten. Die Unsicherheit zwingt Energeno jedoch, die Inbetriebnahme der Anlage zu verschieben.
Hinter der Verzögerung steckt ein Streit zwischen Brüssel und dem deutschen Wirtschaftsministerium. Die Kommission wirft dem Ministerium vor, Ausgleichsmechanismen wie Differenzverträge (Contracts for Difference, CfDs) nicht schnell genug umzusetzen. Diese sollen verhindern, dass Erzeuger erneuerbarer Energien übermäßig gefördert werden.
Lukas Bühler, Mitglied der Energeno-Geschäftsführung, betonte, dass klarere Regelungen für den wirtschaftlichen Erfolg spezialisierter Solarprojekte entscheidend seien. Ohne stabile Rahmenbedingungen drohten Agrivoltaik-Anlagen unwirtschaftlich zu werden, warnte er.
Die Zukunft der Anlage hängt nun von der Genehmigung des Solarpakets 1 durch die Europäische Kommission ab. Bis dahin bleibt Energenos Agrivoltaik-Projekt vom Netz getrennt. Die Entscheidung wird auch beeinflussen, wie viel Umsatz das Unternehmen erzielen kann, sobald die Anlage endlich in Betrieb geht.






