05 May 2026, 04:36

Apothekenbranche am Scheideweg: Droht das Ende der Präsenzapotheken in Deutschland?

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma Amerikaner im Jahr 2022 zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Apothekenbranche am Scheideweg: Droht das Ende der Präsenzapotheken in Deutschland?

Deutschlands Apothekenbranche steht am Scheideweg, warnt die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank). Wie Matthias Schellenberg, Vorstandsvorsitzender der Bank, betont, werden politische Weichenstellungen darüber entscheiden, ob die vor Ort ansässigen Apotheken weiterhin eine Säule der Gesundheitsversorgung bleiben oder weiter an Bedeutung verlieren. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der der Sektor mit wachsendem Wettbewerbsdruck und regulatorischen Veränderungen kämpft.

Schellenberg unterstrich die unverzichtbare Rolle der Präsenzapotheken bei der Arzneimittelsicherheit und der fachkundigen Beratung von Patienten. Eine Schwächung dieses professionell geführten Netzes bezeichnete er als leichtsinnig – mit potenziell gravierenden Folgen für die Versorgungsqualität. Zudem verwies er auf den zunehmenden Druck durch ausländische Online-Anbieter und große heimische Handelsketten, die eine ernsthafte Bedrohung für die traditionellen Apotheken darstellten.

Die Apobank zeigt sich besorgt über die wachsende Dominanz von Versand- und Online-Apotheken. Schellenberg warnte vor einer Kommerzialisierung des Sektors, bei der anonyme Selbstbedienung die persönliche Beratung ersetzen könnte. Die anstehende Apothekenreform, so seine Argumentation, werde entscheiden, ob Apotheken weiterhin als unverzichtbare Gesundheitsdienstleister behandelt oder zunehmend wie reine Wirtschaftsunternehmen betrachtet werden.

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Auch aus den Landesregierungen gibt es Unterstützung für einige der Kritikpunkte der Branche; sie drängen auf Nachbesserungen. Unklar ist jedoch, welche Forderungen im Rahmen der parlamentarischen Beratungen tatsächlich aufgegriffen werden. Schellenberg appellierte an die Politik, die Sorgen der Apotheker ernst zu nehmen, um eine zuverlässige Arzneimittelversorgung und qualifizierte Beratung zu gewährleisten.

Die Zukunft des deutschen Apothekenwesens hängt nun von politischen Entscheidungen ab. Schellenbergs Warnungen machen deutlich, wie dringend es ist, Wettbewerb mit Patientensicherheit und fachlicher Expertise in Einklang zu bringen. Das Ergebnis der Reform wird zeigen, ob die lokalen Apotheken als vertraute Ansprechpartner im Gesundheitswesen bestehen – oder ob sie gegenüber kommerziellen Alternativen weiter an Boden verlieren.

Quelle