Baden-Württemberg baut Extremismus-Prävention seit 2015 systematisch aus
Darko CarstenBaden-Württemberg baut Extremismus-Prävention seit 2015 systematisch aus
Baden-Württemberg hat in den letzten zehn Jahren seine Bemühungen zur Bekämpfung von Extremismus deutlich ausgeweitet. Bereits im Februar 2015 führte das Land ein Anti-Terror-Paket ein, das der Verhinderung von Radikalisierung und der Stärkung der Sicherheit diente. Seither haben die Behörden ihren Fokus erweitert, das Personal aufgestockt und die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren sowie zivilgesellschaftlichen Gruppen vertieft.
Den Auftakt bildete 2015 die Gründung des Kompetenzzentrums zur Koordinierung des Präventionsnetzwerks gegen islamistischen Extremismus (KPEBW). Diese Einrichtung sollte die Zusammenarbeit zwischen Landesbehörden, Kommunen und nichtstaatlichen Partnern verbessern. Drei Jahre später, 2018, wurde das Zentrum in Kompetenzzentrum gegen Extremismus in Baden-Württemberg (konex) umbenannt, um sich allen Formen des Extremismus – einschließlich rechtsextremer Bedrohungen – zu widmen.
Noch im selben Jahr weitete konex seinen Zuständigkeitsbereich auf Rechtsextremismus aus. Nun stehen Pläne an, das Mandat weiter auszubauen und auch linksextreme sowie ausländische Extremismusbestrebungen einzubeziehen. Parallel dazu wurden die Ressourcen für Polizei und Verfassungsschutz aufgestockt.
Seit seiner Gründung arbeitet konex eng mit der Zivilgesellschaft zusammen. Initiativen wie "Demokratie leben!" (seit 2017 aktiv) kooperieren mit über 100 Nichtregierungsorganisationen, um Präventionsprogramme gegen Extremismus durchzuführen. Das "Netzwerk Zivilcourage" expandierte zwischen 2020 und 2025 und arbeitete mit Jugendgruppen und lokalen Vereinen zusammen, um Rassismus entgegenzutreten. Ein weiteres zentrales Projekt, die "Extremismuspräventionsplattform", startete 2022 und verband Migrantenverbände mit Schulen. Insgesamt entstanden daraus mehr als 50 gemeinsame Projekte und Schulungsmaßnahmen.
Die jüngsten Maßnahmen zielen auf eine engere Vernetzung der bestehenden Programme ab. Die Behörden streben stärkere Netzwerke und einen einheitlichen Ansatz im gesamten Land an.
Die Strategie des Landes deckt mittlerweile ein breiteres Spektrum extremistischer Bedrohungen ab als zuvor. Mit mehr Personal, erweiterten Zuständigkeiten und intensiveren Partnerschaften verfeinert Baden-Württemberg kontinuierlich seine Präventionsarbeit. Das Ziel bleibt unverändert: Radikalisierung durch abgestimmtes Handeln und gesellschaftliches Engagement entgegenzuwirken.






