Baden-Württemberg plant radikale Pestizid-Reduktion bis 2030 – doch reicht das den Bienenschützern?
Marijan MangoldBaden-Württemberg plant radikale Pestizid-Reduktion bis 2030 – doch reicht das den Bienenschützern?
Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat als Reaktion auf die Bürgerinitiative "Rettet die Bienen" ein neues politisches Rahmenwerk vorgelegt. Der Plan enthält Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt, die sowohl die konventionelle als auch die ökologische Landwirtschaft fördern sollen. Die Organisatoren und Unterstützer der Kampagne werden die Vorschläge nun prüfen, bevor sie über das weitere Vorgehen entscheiden.
Das Konzept greift die zentralen Forderungen der Initiative auf, darunter strengere Auflagen für chemisch-synthetische Pestizide. Bis 2030 will die Landesregierung deren Einsatz um 40 bis 50 Prozent reduzieren. Diese Verringerung soll in Zusammenarbeit mit Landwirten und Naturschutzverbänden erfolgen und durch Förderprogramme sowie Beratungsangebote unterstützt werden.
Ein vollständiges Verbot synthetischer Pestizide bleibt jedoch auf besonders schützenswerte Gebiete wie Naturschutzreservate beschränkt. Die Richtlinie zielt darauf ab, den ökologischen Schutz mit den Bedürfnissen von Familienbetrieben und der regionalen Lebensmittelproduktion in Einklang zu bringen. Beamte verweisen auf erste positive Rückmeldungen verschiedener Interessengruppen, was auf eine breite Zustimmung für den gewählten Ansatz hindeutet.
Der Schritt folgt jüngsten EU-Maßnahmen zum Schutz von Bienen und Insekten. Am 17. Juni 2024 hatte die Europäische Union eine Verordnung zur Renaturierung von Ökosystemen verabschiedet, die am 18. August 2024 in Kraft tritt. Die Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, müssen nun innerhalb von zwei Jahren Umsetzungspläne vorlegen. Während die Bundesregierung die EU-Regelung unterstützte, kam von der CDU/CSU Kritik: Die Vorgaben würden Landwirte und Fischer unzumutbar belasten.
Das Positionspapier der Landesregierung liegt nun den Initiatoren und Unterstützern der Kampagne zur Bewertung vor. Bei einer Annahme würden die Maßnahmen einen bedeutenden Schritt zur Reduzierung von Pestiziden und zum Erhalt der Artenvielfalt darstellen. Gleichzeitig soll der Plan langfristig die Stabilität der regionalen Landwirtschaft sichern.






