Baden-Württemberg testet klimaresistente Mischwälder gegen Extremwetter und Wassermangel
Carolina LangeBaden-Württemberg testet klimaresistente Mischwälder gegen Extremwetter und Wassermangel
Wälder spielen eine entscheidende Rolle bei der Wasserregulierung, der Kühlung der Luft und dem Schutz von Gemeinden vor Extremwetter. Da Dürren und Starkregen häufiger auftreten, laufen derzeit Bemühungen, Wälder in klimaresistente Mischwälder umzuwandeln. In Baden-Württemberg werden in Pilotprojekten nun neue Methoden erprobt, um die Wasserspeicherung und -ableitung in diesen Gebieten zu verbessern.
Wälder fungieren als natürliche Wasserspeicher. Ihr Boden saugt Regenwasser wie ein Schwamm auf, verlangsamt den Oberflächenabfluss und verringert so das Risiko von Sturzfluten in nahegelegenen Ortschaften. Durch den Waldboden gefiltertes Wasser tritt zudem als sauberes Grundwasser wieder aus und bereichert die lokalen Wasservorräte.
Verschiedene Waldtypen leisten dabei unterschiedliche Beiträge. Strukturreichere Mischwälder, insbesondere mit Laubbäumen, helfen im Winter, das Grundwasser aufzufüllen. Gleichzeitig kühlen sie durch Verdunstung die Luft, spendet Schatten und Linderung während heißer Sommermonate. Darüber hinaus fördern Wälder die Wolkenbildung und lokale Niederschläge, was das regionale Wettergeschehen beeinflusst.
Um diese Vorteile zu stärken, leitet das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum Baden-Württemberg (FVA) Pilotprojekte an. Dazu gehören die Verbesserung der Wasserableitung entlang von Waldwegen, die Schaffung temporärer Rückhalteflächen für Oberflächenwasser in Senken oder Rückhaltebecken sowie die Renaturierung von Gewässern innerhalb der Wälder. Zwar sind nicht alle Maßnahmen im Detail bekannt, doch das Land treibt aktiv eine klimagerechte Waldbewirtschaftung voran. Derzeit setzen bereits 21 Prozent der privaten und kommunalen Wälder in Deutschland ähnliche Strategien ein, um sich an veränderte Wetterbedingungen anzupassen.
Ziel der Projekte ist es, Wälder effizienter bei der Speicherung und Filterung von Wasser zu machen und gleichzeitig Erosion sowie Überschwemmungen vorzubeugen. Durch die Stärkung der natürlichen Wasserrückhaltung könnten diese Maßnahmen Gemeinden helfen, sowohl mit Dürren als auch mit Extremregen besser zurechtzukommen. Im Mittelpunkt steht dabei die Schaffung von Mischwäldern, die sich an klimatische Herausforderungen anpassen und gleichzeitig lokale Ökosysteme stärken.






