Bosch will bis 2030 klimaneutral werden – und stellt die Logistik radikal um
Darko CarstenBosch will bis 2030 klimaneutral werden – und stellt die Logistik radikal um
Bosch hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2030 will der Konzern seine CO₂-Bilanz auf Netto-Null reduzieren. Derzeit verursacht das Unternehmen jährlich 3,3 Millionen metrische Tonnen CO₂ – allein der Luftfrachtverkehr war 2018 für mehr als zwei Drittel der transportbedingten Emissionen verantwortlich. Um sein Vorhaben zu erreichen, investiert Bosch massiv in umweltfreundlichere Logistik und energieeffiziente Prozesse weltweit.
2018 entfielen 71 Prozent der transportbezogenen CO₂-Emissionen von Bosch auf die Luftfracht. Zwar setzt das Unternehmen auf spezielle Frachtflugzeuge, die im Vergleich zu Passagiermaschinen 1,7-mal weniger Energie verbrauchen, doch nun plant der Konzern, geplante Lufttransporte vollständig abzuschaffen. Stattdessen sollen Waren künftig auf dem Seeweg transportiert werden – eine Umstellung, die allerdings größere Lagerbestände erfordern könnte, um die längeren Lieferzeiten auszugleichen.
Bereits jetzt hat Bosch Fortschritte bei der Reduzierung von Emissionen durch intelligentere Logistik erzielt. Durch die Optimierung von Lkw-Größen, die Bündelung von Teilen und die Verringerung der Lieferfrequenzen konnte das Unternehmen den CO₂-Ausstoß in diesem Bereich um das Dreifache senken. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Strategie, um die Emissionen in der Lieferkette zu verringern – die im Automobilsektor immerhin 18 Prozent des gesamten CO₂-Fußabdrucks ausmachen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Energieeffizienz. Am Standort Stuttgart-Feuerbach senkte Bosch den Energieverbrauch zwischen 2007 und heute um 55 Prozent – dank Schulungen für Mitarbeiter und betrieblicher Verbesserungen. Ein ähnliches Projekt in Renningen reduzierte den Verbrauch um 30 Prozent, unter anderem durch die Installation eines begrünten Daches und eines Systems zur Regenwassernutzung. Darüber hinaus hat das Unternehmen weltweit Wind- und Solarenergieprojekte an seinen Standorten umgesetzt.
Um das Netto-Null-Ziel zu erreichen, wird Bosch bis 2030 rund eine Milliarde Euro investieren. Die Mittel fließen in energieeffiziente Technologien, klimaneutrale Energiequellen und – wo Emissionen nicht vollständig vermieden werden können – in Kompensationsmaßnahmen.
Das Ziel für 2030 umfasst sämtliche Bereiche von Bosch, von den Werken bis zu den Logistiknetzwerken. Durch den Umstieg von der Luft- auf die Seefracht sowie den Ausbau erneuerbarer Energien strebt das Unternehmen an, jährlich 3,3 Millionen metrische Tonnen CO₂ einzusparen. Die Investitionen in saubere Infrastruktur und Prozessoptimierungen werden in den kommenden sechs Jahren den Weg zur Klimaneutralität prägen.






