Brantner fordert klaren außenpolitischen Kurs und kritisiert Kanzler Merz scharf
Marijan MangoldBrantner fordert klaren außenpolitischen Kurs und kritisiert Kanzler Merz scharf
Franziska Brantner, Vorsitzende der deutschen Grünen, hat ihr Land aufgefordert, in der Außenpolitik einen klaren Kurs einzuschlagen. Sie kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz scharf, weil dieser in der aktuellen Krise keine deutliche Führung zeige – seine Reaktionen bezeichnete sie als zögerlich und unentschlossen.
Brantner warnte davor, sich in Sicherheits- und Diplomatie-Fragen auf den US-Präsidenten Donald Trump zu verlassen. Eine solche Abhängigkeit von seiner Regierung sei ein hochriskantes Unterfangen, besonders nach der Ankündigung eines teilweisen Abzugs amerikanischer Truppen aus Deutschland.
Statt auf die USA zu setzen, plädierte sie für eine vertiefte Zusammenarbeit innerhalb Europas. Ihr Vorschlag umfasst eine beschleunigte Umsetzung gemeinsamer europäischer Verteidigungsstrukturen. Eine stärkere Einheit, so Brantner, würde die Abhängigkeit von unberechenbaren Partnern verringern.
Die Grünen-Chefin griff Merz auch direkt wegen seines Krisenmanagements an. Dem Kanzler warf sie vor, keine klaren Entscheidungen zu treffen und Deutschland damit ohne stabile außenpolitische Ausrichtung zurückzulassen.
Brantners Äußerungen spiegeln wachsende Sorgen über die strategische Position Deutschlands wider. Ihr Appell für eine eigenständigere europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik kommt zu einer Zeit, in der die Spannungen wegen der schwankenden US-Zusagen zunehmen. Die Debatte dreht sich nun darum, ob Deutschland seinen Kurs anpassen oder an der bisherigen Linie festhalten wird.






