Bundeswehr reformiert Reserve: Pistorius will 200.000 Reservisten bis 2035
Xaver Dussen vanBundeswehr reformiert Reserve: Pistorius will 200.000 Reservisten bis 2035
Bundeswehr will Reserve neu aufstellen – Pistorius kündigt Reformstrategie an
Das Bundesverteidigungsministerium bereitet eine grundlegende Reform der Reservekräfte vor. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) wird die Pläne am Mittwoch vorstellen, mit dem Ziel, die Personalstärke auszubauen und die Ausbildung zu verbessern. Die Reformen sind Teil der langfristigen Bemühungen, die militärische Einsatzbereitschaft Deutschlands zu stärken.
Aktuell sind rund 60.000 Reservistinnen und Reservisten den Streitkräften zugeordnet, doch die genaue Gesamtzahl bleibt unklar. Um hier Klarheit zu schaffen, soll eine militärische Erhebung durchgeführt werden, um präzise Zahlen zu ermitteln. Bis 2035 strebt die Bundesregierung an, die Zahl der zugewiesenen Reservisten auf 200.000 zu steigern.
Die neue Strategie sieht unter anderem eine Anhebung der Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre vor. Diese Anpassung spiegelt gesamtgesellschaftliche Trends wider, da Menschen heute länger fit bleiben und auch in anderen Bereichen das Renteneintrittsalter steigt. Während der Coronavirus-Pandemie wurden zwischen 10.000 und 15.000 Reservisten einberufen – ein Beleg für ihre Bedeutung in Krisenzeiten.
Schwerpunkte der Reformen liegen zudem auf einer besseren Ausstattung und einer zielgerichteteren Ausbildung. Das Ministerium plant, klare Vorgaben zu machen, wie viele Reservisten jährlich an Übungen teilnehmen sollen. Zudem wird das Prinzip der freiwilligen Freistellung durch Arbeitgeber abgeschafft, wobei der Dienst der Reservisten selbst weiterhin auf freiwilliger Basis erfolgt.
Noch in diesem Sommer wird Pistorius das Reservistenstärkungsgesetz vorlegen, um die Änderungen rechtlich zu verankern. Die Reformen zielen darauf ab, die Reservekräfte Deutschlands in den kommenden zehn Jahren auszubauen und zu modernisieren. Durch klarere Planung, verbesserte Ausbildung und eine höhere Altersgrenze soll die operative Handlungsfähigkeit der Bundeswehr gestärkt werden. Gleichzeitig werden die Reservisten so besser auf künftige Herausforderungen vorbereitet.






