Bundesweiter Apothekenprotest am 23. März 2026 – doch Baden-Württemberg macht nicht mit
Marijan MangoldBundesweiter Apothekenprotest am 23. März 2026 – doch Baden-Württemberg macht nicht mit
Apotheken in ganz Deutschland bereiten sich auf einen bundesweiten Protest am 23. März 2026 vor. Die von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) organisierte Aktion ist eine Reaktion auf die wachsende Frustration über die wirtschaftliche Belastung des Sektors. Doch die Teilnahme Baden-Württembergs steht infrage, nachdem die Landesbehörden eingriffen.
Die ABDA hatte den Protesttag während ihrer Mitgliederversammlung am 25. Februar 2026 bekannt gegeben. Geplant war die Schließung aller Apotheken – bei Aufrechterhaltung der Notdienste – sowie Kundgebungen in Berlin, Hannover, München und Düsseldorf. Zudem wurde eine Online-Petition gestartet und eine Resolution verabschiedet, in der die Bundesregierung zu stärkerer finanzieller Unterstützung für Apotheken aufgefordert wird.
Ursprünglich sollten sich auch die Apotheken in Baden-Württemberg an den Schließungen beteiligen. Doch das Sozialministerium des Landes teilte der Landesapothekerkammer (LAK) mit, dass solche Maßnahmen verboten seien. Daraufhin zog der Landesapothekerverband (LAV) seine Zusage zur Teilnahme zurück – was bei den Mitarbeitenden auf Empörung stieß.
Die Pharmazeutisch-technische Assistentin Ariel Wagner kritisierte die Stellungnahme des Ministeriums als "Schlag gegen die Solidarität". Sie fragte, warum sich das Land weigere, sich dem Aufruf der ABDA nach einer geschlossenen Aktion anzuschließen. Gleichzeitig warf der Apothekeninhaber Daniel Hölzle der LAK und dem LAV vor, die rechtliche Position des Ministeriums nicht eigenständig zu hinterfragen.
Hölzle, der auch als Stadtrat tätig ist, wird zwar nicht an den Demonstrationen teilnehmen, plant aber, über lokale Medien auf die Situation aufmerksam zu machen. Seine Tiergarten-Apotheke in Konstanz wird am 23. März geschlossen bleiben, während seine Kaufland-Apotheke in Singen mit reduzierten Öffnungszeiten arbeiten wird.
Der Protest findet in den meisten Regionen wie geplant statt, mit zentralen Kundgebungen und Apothekenschließungen. Der Rückzug Baden-Württembergs unterstreicht die Spannungen zwischen Landesbehörden und dem Apothekensektor. Die Petition und die Resolution der ABDA bilden nun den Kern der Kampagne für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen.






