27 April 2026, 10:24

Energiewende: Streit um konventionelle Kraftwerke spaltet deutsche Politik

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Energiewende: Streit um konventionelle Kraftwerke spaltet deutsche Politik

Deutschlands politische Parteien bleiben uneins über die Rolle konventioneller Kraftwerke bei der Energiewende. Während erneuerbare Energien immer wichtiger werden, gibt es weiterhin Streit darüber, wie Versorgungslücken geschlossen werden sollen. Im Mittelpunkt der Debatte stehen die Kosten, die Wirtschaftlichkeit und die Frage, welche Technologien den Übergang zu sauberer Energie unterstützen sollen.

Die CDU/CSU schlägt vor, die Börsenpreise für Energie zu erhöhen, um konventionelle Kraftwerke rentabler zu machen. Ihr Plan zielt darauf ab, diese Anlagen als Teil des Energiemix zu erhalten. SPD und Grüne streiten jedoch darüber, welche Technologien die Lücken füllen sollen, die durch den Ausbau der Erneuerbaren entstehen.

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Die SPD setzt auf moderne Steinkohle- und Gaskraftwerke als Übergangslösung. Die Grünen hingegen fordern moderne Gasturbinen und bestehen auf einen vollständigen Ausstieg aus Kohle- und Braunkohlekraftwerken bis 2030. Beide Parteien blenden dabei weitgehend die finanziellen Herausforderungen aus, vor denen diese Anlagen stehen.

Die Linke wirbt für kommunale Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, um Engpässe auszugleichen, und fordert ein Kohleausstiegsgesetz. Ihr Vorschlag sieht ein Verbot neuer Kohlekraftwerke und die Stilllegung bestehender Anlagen bis 2040 vor. Die FDP hingegen unterstützt hochmoderne konventionelle Kraftwerke, warnt aber, dass ein französischer Kapazitätsmarkt die deutsche Wirtschaftlichkeit weiter beeinträchtigen könnte.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, betont, wie wichtig es ist, den Ausbau der Erneuerbaren, den Netzausbau und die Anpassung konventioneller Kraftwerke in Einklang zu bringen. Ohne diese Balance, so seine Warnung, könnten die Kosten der Energiewende explodieren. Die niedrigen Energiepreise haben bereits dazu geführt, dass der Betrieb vieler konventioneller Kraftwerke unwirtschaftlich geworden ist – das verleiht der Debatte zusätzliche Dringlichkeit.

Der Streit zeigt, wie tief die Gräben in der Frage der deutschen Energiezukunft sind. Erneuerbare Energien spielen zwar eine Schlüsselrolle, doch konventionelle Kraftwerke bleiben für die Versorgungssicherheit unverzichtbar. Die Frage, ob und wie diese Anlagen subventioniert werden, wird die nächste Phase der Energiepolitik des Landes prägen.

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