25 June 2026, 14:18

Entwicklungshilfe im Umbruch: NGOs fordern mehr Mitsprache und weniger Kürzungen

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Entwicklungshilfe im Umbruch: NGOs fordern mehr Mitsprache und weniger Kürzungen

Welthungerhilfe und Terre des Hommes legen Jahresbewertung der deutschen Entwicklungspolitik vor

In ihrem aktuellen Bericht verweisen Welthungerhilfe und Terre des Hommes auf wachsende Herausforderungen durch Krisen, Kriege und den Klimawandel. Gleichzeitig fordern die Organisationen, dass Entwicklungshilfe bedarfsorientiert, neutral und unabhängig von politischen oder wirtschaftlichen Interessen bleiben muss.

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Die Generalsekretäre Mathias Mogge (Welthungerhilfe) und Joshua Hofert (Terre des Hommes) stellten die Ergebnisse am Mittwoch vor. Sie begrüßten zwar jüngste Bemühungen, die Entwicklungspolitik neu auszurichten, kritisierten jedoch das Fehlen einer klaren Strategie sowie die unzureichende Einbindung der Zivilgesellschaft.

Joshua Hofert betonte, dass Reformen nicht allein von Berlin vorangetrieben werden dürften. Stattdessen müssten Partnerländer, lokale zivilgesellschaftliche Akteure und junge Menschen stärker in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Mathias Mogge ergänzte, der Fokus müsse sich von der Höhe der Mittel hin zu deren Qualität verlagern – mit weniger Bürokratie, um die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern zu verbessern.

Kritisch äußerten sich die NGOs auch zu den Finanzierungsengpässen: Seit 2022 hat die Bundesregierung das Budget für Entwicklungszusammenarbeit um ein Drittel gekürzt; bis 2027 sind weitere Kürzungen zu erwarten. Die Organisationen fordern, die Mittel für humanitäre Hilfe im nächsten Haushalt von einer auf 2,8 Milliarden Euro zu erhöhen. Mogge unterstrich, wie wichtig es sei, kurzfristige Nothilfe mit langfristigen Präventionsmaßnahmen in Einklang zu bringen.

Die beiden Organisationen warnten zudem, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit nur dann gelingen könne, wenn sie sich an den Bedürfnissen vor Ort orientiere. Die Spannungen zwischen deutschen Interessen und denen der Partnerländer müssten offen thematisiert werden.

Die NGOs plädieren für einen inklusiveren und strategischeren Ansatz in der Entwicklungspolitik. Gefordert werden mehr Mittel für humanitäre Hilfe sowie eine stärkere Ausrichtung an lokalen Bedürfnissen. Der Bericht macht deutlich: Notwendig sei eine Reform, die Wirksamkeit vor administrative Kontrolle stellt.

Quelle