04 April 2026, 16:21

Forscher entwickeln Bio-Beton aus Urin – nachhaltiger Baustoff der Zukunft?

Ein großer Haufen aus Plastikmöll auf einer Zementwand mit einem Gebäude und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Forscher entwickeln Bio-Beton aus Urin – nachhaltiger Baustoff der Zukunft?

Forscher der Universität Stuttgart haben einen umweltfreundlichen Bio-Beton aus Urin entwickelt. Das innovative Material nutzt mikrobielle Prozesse, um eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichem Zement zu schaffen. Erste Tests zeigen vielversprechende Ergebnisse mit Festigkeiten, die für kleinere Bauprojekte geeignet sind.

Der Bio-Beton entsteht durch Biomineralisation, bei der Bakterien das Wachstum von Kalziumkarbonat-Kristallen auslösen. Diese Kristalle verbinden Sandpartikel miteinander und bilden so ein festes Material. Im Gegensatz zu herkömmlichem Zement verbraucht dieses Verfahren deutlich weniger Energie und stößt weniger Treibhausgase aus.

Erste Proben erreichten eine Druckfestigkeit von 30 bis 40 Megapascal – ausreichend für zwei- bis dreistöckige Gebäude. Bei der Verwendung von technischem Harnstoff übersteigt die Festigkeit 50 Megapascal. Mit synthetisch stabilisiertem Urin werden 20 Megapascal erreicht, während menschlicher Urin etwa 5 Megapascal liefert. Das Projekt SimBioZe konzentriert sich nun darauf, Stoffe im Urin zu identifizieren, die die bakterielle Aktivität hemmen könnten, um den Prozess weiter zu optimieren.

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Gefördert vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium, sind drei Institute der Universität Stuttgart sowie das Zentrum für Ökologischen Landbau der Universität Hohenheim an der Initiative beteiligt. Das Projekt wurde um drei Jahre verlängert, um die Produktion zu optimieren und praktische Tests am Flughafen Stuttgart durchzuführen. Darüber hinaus strebt das Team an, den Bio-Beton in eine Kreislaufwirtschaft zu integrieren und als Nebenprodukt Dünger aus Abwasser herzustellen.

Im Rahmen des SimBioZe-Projekts sind Kooperationen mit Industriepartnern, darunter der Flughafen Stuttgart, für Erprobungen unter realen Bedingungen geplant. Bei Erfolg könnte dieser Bio-Beton die Emissionen im Baugewerbe verringern und gleichzeitig Abfallstoffe sinnvoll wiederverwerten. In der nächsten Phase wird geprüft, ob eine großtechnische Produktion machbar ist.

Quelle