20 April 2026, 12:22

Freiburgs Siegessäule kehrt an historischen Ort zurück – ein Zeichen gegen autogerechte Stadtplanung

Stadtstraße mit Fahrzeugen, eine Fußgängerbrücke mit Menschen, Strommasten, Gebäude und ein bewölkter Himmel.

Freiburgs Siegessäule kehrt an historischen Ort zurück – ein Zeichen gegen autogerechte Stadtplanung

Freiburg bringt sein Siegessäule an den ursprünglichen Standort zurück – ans Ende einer Fußgängerzone. Der Schritt folgt auf Jahrzehnte der autogerechten Stadtplanung, die das Gesicht der Stadt geprägt haben. Viele deutsche Städte verloren nicht nur durch Kriegszerstörungen, sondern auch durch den Ausbau des Straßennetzes nach 1945 historische Wahrzeichen.

Das Denkmal war bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren verlegt worden, um Platz für den wachsenden Verkehr zu schaffen. Zuvor hatten Fußgänger noch auf Fußgängerbrücken und Unterführungen zurückgreifen müssen, um sich sicher in der Stadt zu bewegen. Doch als das Auto Vorrang erhielt, wurden öffentliche Räume zunehmend an seinen Bedürfnissen ausgerichtet.

Freiburg schlug 1992 einen anderen Weg ein und verbannte Autos aus der Innenstadt. Eine vierspurige Straße zwischen Bibliothek und Universität wurde später zur Fußgängerzone umgewandelt. Dieser Wandel spiegelte einen größeren politischen Trend in Deutschland wider, bei dem die Energiewende die Verantwortlichen offener für Bürgerbeteiligung machte.

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Die Entscheidung, das Denkmal zurückzuversetzen, entstand nach einer demokratischen Debatte unter den Einwohnern. Ein lokaler Akteur argumentierte, die Franzosen würden gegen die prominentere Platzierung kaum Einwände erheben. Die Diskussion zeigt, wie Städte heute Räume neu denken, die einst vom Autoverkehr dominiert wurden.

Der Begriff "Wildes Überqueren" (im Englischen: jaywalking) entstand übrigens in den 1920er-Jahren in den USA. Autokonzerne prägten ihn, um die Schuld an Unfällen auf Fußgänger abzuwälzen – und so die öffentliche Empörung über rücksichtsloses Fahren zu dämpfen.

Die Rückkehr der Siegessäule markiert einen weiteren Schritt weg von der autozentrierten Planung in Freiburg. Die frühen Fußgängerzonen der Stadt setzten bereits ein Zeichen für die Rückeroberung städtischer Flächen vom Verkehr. Nun liegt es an den Bürgern, zu entscheiden, wie öffentliche Räume künftig Geschichte und moderne Bedürfnisse in Einklang bringen sollen.

Quelle