Güterbahn-Chaos: Marode Infrastruktur und GSM-R-Ausfall lähmen Deutschlands Lieferketten
Carolina LangeGüterbahn-Chaos: Marode Infrastruktur und GSM-R-Ausfall lähmen Deutschlands Lieferketten
Deutschlands Güterbahnsektor kämpft mit anhaltenden Störungen durch marode Infrastruktur
Ein bundesweiter Ausfall des GSM-R-Bahnfunks hat die ohnehin bestehenden Probleme verschärft und belastet die Lieferketten sowie die überlasteten Mitarbeiter weiter. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) fordert nun dringend staatliches Eingreifen.
Die aktuelle Krise begann mit einem vollständigen Zusammenbruch des GSM-R-Funknetzes, der den Bahnbetrieb im ganzen Land lahmlegte. Branchenvertreter kritisierten, dass es keine wirksamen Notfallpläne für einen solchen Ausfall gab. Der Vorfall folgt auf tagelanges Chaos an Christi Himmelfahrt, als Fahrplanzentralen und Leitstellen mit den Folgen kämpften.
Neele Wesseln, Geschäftsführerin des Bundesverbands Schienengüterverkehr (BAG), übt scharfe Kritik an DB InfraGO, das die wachsenden betrieblichen Herausforderungen nicht in den Griff bekomme. Die anhaltenden Probleme belasteten den Güterverkehr unzumutbar, so Wesseln. Der Verband hat den Verkehrsausschuss des Bundestags offiziell aufgefordert, die aktuellen Störungen priorisiert zu behandeln und Maßnahmen zur Stabilisierung des Schienennetzes zu ergreifen.
Zudem pocht der Verband auf eine strengere staatliche Aufsicht über DB InfraGO. Zu den Vorschlägen gehört die Schaffung eines unabhängigen Bundesamts für Schieneninfrastruktur (BASchi), das den Betreiber effektiver kontrollieren und steuern soll.
Die Güterbahnbranche arbeitet weiterhin unter extremen Belastungen. Die Forderungen nach einer neuen Regulierungsbehörde und schärferen Kontrollen zielen darauf ab, weitere Zusammenbrüche zu verhindern. Ohne rasches Handeln drohen Lieferkettenstörungen und Überlastung der Mitarbeiter anzuhalten.
