23 March 2026, 04:20

Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Mannheim und Frankfurt droht an Finanzlücken zu scheitern

Schwarz-weiß-Karte einer Stadt mit einer roten Linie, die die Wechselburg und Chemnitz Eisenbahnroute anzeigt.

Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Mannheim und Frankfurt droht an Finanzlücken zu scheitern

Lang ersehnte Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Mannheim und Frankfurt erhält höchste Priorität

Die deutsche Bundesregierung hat den Bau einer dringend benötigten Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Mannheim und Frankfurt zur Chefsache erklärt. Das Projekt, das im Bundesverkehrswegeplan 2030 als "vordringlicher Bedarf" eingestuft wurde, soll die massive Überlastung der stark frequentierten Riedbahn entlasten. Doch trotz der hohen Bedeutung bleibt die Finanzierung ungewiss – es drohen Verzögerungen oder sogar eine Absage.

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Die neue Strecke wurde offiziell als kritisches Infrastrukturprojekt im Rahmen des Verkehrsplans 2030 klassifiziert. Diese Einstufung als "vordringlicher Bedarf" sichert ihr zwar Priorität bei Planung und Förderung, doch das Land Hessen hat bereits selbst die Initiative ergriffen, um das Vorhaben voranzutreiben. Im Januar 2020 stellte es 5,5 Millionen Euro für erste Brückenplanungen bereit – eine wichtige Voraussetzung für das anstehende Planfeststellungsverfahren, das voraussichtlich Anfang 2025 beginnen soll.

Mit dem Baubeginn könnte bereits 2027 gerechnet werden – vorausgesetzt, die Finanzierung steht. Doch die Aussichten sind düster: Zwar hat der Bund 500 Milliarden Euro in Sonderfonds für Infrastrukturprojekte bereitgestellt, doch für diese Strecke sind bisher keine Mittel vorgesehen. Haushaltsprognosen zeigen ein Finanzierungsloch von 300 Millionen Euro im Jahr 2027, das sich bis 2029 auf 1,5 Milliarden Euro aufblähen könnte.

Fachleute warnen, dass ohne die neue ICE-Strecke die Pünktlichkeit auf anderen Verbindungen weiter leiden wird. Die bestehende Riedbahn ist bereits jetzt an ihrer Kapazitätsgrenze und verursacht regelmäßig Verspätungen. Tarek Al-Wazir, Verkehrsausschussvorsitzender der Grünen, erklärte öffentlich, das gesamte Projekt sei durch die Finanzierungslücken "massiv gefährdet".

Die Hochgeschwindigkeitsverbindung Mannheim–Frankfurt bleibt eine zentrale Lösung, um den Schienenstau in Südwestdeutschland zu entschärfen. Während die Planung fast abgeschlossen ist, steht nun die größte Hürde bevor: die Beschaffung der Milliarden für den Bau. Scheitert die Finanzierung, schwebt nicht nur das Projekt in der Schwebe – sondern auch die Zuverlässigkeit des regionalen Bahnverkehrs.

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