KI-Anonymisierung von Urteilen: Baden-Württemberg und Hessen starten Pilotprojekt "JANO"
Xaver Dussen vanKI-Anonymisierung von Urteilen: Baden-Württemberg und Hessen starten Pilotprojekt "JANO"
Baden-Württemberg und Hessen haben ein gemeinsames Projekt gestartet, um Künstliche Intelligenz (KI) bei der Anonymisierung von Gerichtsurteilen einzusetzen. Das neue Werkzeug mit dem Namen "JANO" soll die Arbeitsbelastung des Personals verringern, ohne die menschliche Kontrolle aufzugeben. Minister aus beiden Bundesländern betonten das Potenzial des Projekts, das Richter oder Juristen jedoch nicht ersetzen werde.
Das KI-gestützte System "JANO" wurde offiziell am Landgericht Mannheim vorgestellt. Es folgt auf zwei bereits in Baden-Württembergs Gerichten genutzte KI-Tools, "OLGA" und "Codefy". Justiz- und Migrationsministerin Marion Gentges erklärte, das Land setze damit bundesweit Maßstäbe bei der Einführung von KI in juristische Abläufe.
Ab dem nächsten Jahr wird das Projekt auf weitere Gerichte in beiden Bundesländern ausgeweitet. Die von "JANO" anonymisierten Entscheidungen sollen zudem als Trainingsdaten für die Entwicklung zukünftiger KI-Systeme dienen. Parallel wird das Amtsgericht Hanau in Hessen neben Frankfurt zu einem weiteren zentralen Standort für den KI-Einsatz im Justizwesen.
Hessens Justizminister Roman Poseck unterstrich, dass KI die menschliche Entscheidungsfindung unterstützen, aber nicht ersetzen solle. Beide Minister waren sich einig, dass die Technologie zwar Effizienzgewinne biete, aber stets unter strenger richterlicher Aufsicht bleiben müsse.
Das Vorhaben markiert einen weiteren Schritt bei der Integration von KI in das deutsche Rechtssystem. Die Gerichte in Baden-Württemberg und Hessen werden das Tool 2025 weiter testen und optimieren. Die anonymisierten Urteile dienen zugleich als Grundlage für das Training weiterer KI-Anwendungen – während die letzte Entscheidungsgewalt bei den Juristen bleibt.






