Neuköllns SPD setzt auf Janine Wolter – doch ihre Social-Media-Likes sorgen für Streit
Marijan MangoldNeuköllns SPD setzt auf Janine Wolter – doch ihre Social-Media-Likes sorgen für Streit
Janine Wolter, Mitglied der SPD, kandidiert für das Amt der Bezirksbürgermeisterin von Neukölln. Sie soll Martin Hikel ersetzen, der im vergangenen November seinen Rückzug angekündigt hatte. Ihre Nominierung löste jedoch Kontroversen über ihre Aktivitäten in sozialen Medien aus.
Martin Hikel hatte im November erklärt, nicht erneut für das Amt des Neuköllner Bezirksbürgermeisters kandidieren zu wollen. Als Grund nannte er mangelnde Rückendeckung innerhalb der eigenen Partei. Die örtliche SPD schlug daraufhin Janine Wolter, die Bezirksstadträtin für Bildung, als seine Nachfolgerin vor. Ihre Kandidatur wurde auf einem Parteitag bestätigt.
Die CDU-Fraktion Neukölln äußerte Bedenken wegen Wolters Instagram-Aktivitäten aus dem Herbst 2025. Sie hatte Inhalte eines politischen Influencers geliked oder geteilt, der für einseitige Israel-Kritik bekannt ist. Ein Beitrag bezog sich auf die Abfangaktion der israelischen Marine gegen die „Global Sumud-Flottille“. Daraufhin reichte die CDU eine offizielle Anfrage ein, die eine Überprüfung ihrer Online-Aktivitäten auslöste.
Hikel reagierte mit einer schriftlichen Rüge an Wolter. Er begründete dies damit, dass das Teilen solcher Beiträge nicht den erwarteten Maßstäben an Mäßigung, Zurückhaltung und Neutralität entspreche, die für eine Bezirksstadträtin in ihrer Position gelten.
Wolter bleibt dennoch die SPD-Kandidatin für die Leitung des Neuköllner Bezirksamts. Die Rüge unterstreicht, wie stark öffentliche Persönlichkeiten wegen ihres Auftretens in sozialen Medien unter Beobachtung stehen. Die CDU-Anfrage hat die Debatte weiter in den politischen Fokus gerückt.
