18 March 2026, 16:19

Pilotprojekt LadeFlexBW: Wie E-Auto-Besitzer Stromnetze entlasten und Geld verdienen

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Pilotprojekt LadeFlexBW: Wie E-Auto-Besitzer Stromnetze entlasten und Geld verdienen

Pilotprojekt in Baden-Württemberg: Wie E-Auto-Besitzer das Stromnetz entlasten – und dabei Geld verdienen

Ein Pilotprojekt in Baden-Württemberg erprobt, wie Besitzer von Elektrofahrzeugen (E-Autos) das Stromnetz unterstützen und dabei zusätzliches Einkommen erzielen können. Unter dem Namen LadeFlexBW gestartet, läuft das Vorhaben seit Oktober 2023 und umfasst mittlerweile rund 1.200 private Fahrzeughalter. Die Teilnehmer erhalten finanzielle Anreize, wenn sie ihre Ladegewohnheiten anpassen – ohne dabei auf Komfort verzichten oder den Energieanbieter wechseln zu müssen.

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Das Projekt ist als Reallabor angelegt und untersucht, wie flexible Ladevorgänge im kleinen Maßstab die Belastung des Stromnetzes verringern können. Anders als bei klassischen Laststeuerungsprogrammen setzt LadeFlexBW auf das in Deutschland übliche Standardlastprofil-System, sodass keine intelligenten Stromzähler (Smart Meter) erforderlich sind. Die Fahrer behalten ihre bestehenden Stromverträge, da die bereitgestellte Flexibilität unabhängig von ihrer regulären Stromlieferung vermarktet wird.

Skalierbarkeit steht im Mittelpunkt des Systems. Die Architektur ist so ausgelegt, dass sie von einigen hundert bis zu zehntausenden Fahrzeugen unterstützt – und damit bei Erfolg problemlos ausgebaut werden könnte. Bis März 2026 wollen die Verantwortlichen genug Daten sammeln, um künftige Energiepolitiken, Netzentgelte und digitale Ladedienste mitzugestalten.

Branchenexperten sehen in dem Pilotprojekt einen entscheidenden Schritt hin zu einer breiteren Einführung. Oliver Strangfeld von TransnetBW befürwortet solche Praxisversuche, da sie die Lücke zwischen kleinen Testläufen und einer flächendeckenden Umsetzung schließen. Dominique Gross, Geschäftsführer von IE2S, will hingegen beweisen, dass sich die Belohnung flexibler Ladevorgänge auch als eigenständiges Geschäftsmodell tragen kann.

Die Erkenntnisse könnten weit über die E-Mobilität hinausreichen. Die Ergebnisse könnten helfen, regulatorische Rahmenbedingungen zu optimieren, erneuerbare Energien besser in das Netz zu integrieren und Spitzenlasten zu reduzieren.

LadeFlexBW bietet E-Auto-Besitzern die Möglichkeit, aktiv zur Energiewende beizutragen – und dabei zusätzliche Einnahmen zu generieren. Gelingt das Projekt, könnte es weitreichende Veränderungen mit sich bringen: in der Netznutzung, im Ladeverhalten der Fahrer und in der Gestaltung zukünftiger Energiesysteme durch die Politik. Die Ergebnisse des Pilotvorhabens dürften nicht nur für Baden-Württemberg, sondern auch darüber hinaus richtungsweisend sein.

Quelle