Regierung lehnt Kapazitätsmarkt ab – Energiekonzerne müssen umdenken
Xaver Dussen vanRegierung lehnt Kapazitätsmarkt ab – Energiekonzerne müssen umdenken
Die deutsche Regierung hat Pläne für einen Kapazitätsmarkt im Stromsektor abgelehnt. Die Entscheidung folgt auf Druck großer Energiekonzerne wie E.ON und RWE, die argumentierten, dass die aktuellen Marktbedingungen keine ausreichenden Anreize für neue Investitionen böten. Stattdessen setzen die Verantwortlichen auf ein flexibleres System strategischer Reservekapazitäten.
Die Energiekonzerne E.ON und RWE hatten sich für einen Kapazitätsmarkt eingesetzt, bei dem die Vergütung nicht am tatsächlichen Verbrauch, sondern an der potenziellen Strombereitstellung orientiert wäre. Als Vergleich zogen sie das Modell von Flatrates im mobilen Internet heran, das Anbietern eine Vergütung für die vorgehaltene Kapazität sichert. Doch Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel lehnte den Vorschlag ab und positionierte sich damit im Einklang mit dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE).
Im aktuellen Energie-Only-Markt haben es einige Reservekraftwerke schwer, wirtschaftlich zu bleiben. Unternehmen müssen nun vor der Stilllegung unrentabler Generatoren die Zustimmung der Bundesnetzagentur einholen. Die von der Regierung favorisierte Lösung – eine größere und flexiblere strategische Reserve – bleibt hinter den Forderungen von E.ON und RWE zurück.
E.ON warnte, dass die Frage der Kapazitätsvergütung weiterhin bestehen bleibe, da die bestehende Reserve kleiner ausfalle als ein vollständiger Kapazitätsmarkt. Mit der Ablehnung scheiterte auch ein gemeinsamer Vorschlag mit Frankreich, sodass sich die Unternehmen nun an die bestehenden Marktregeln anpassen müssen.
Die Entscheidung bedeutet, dass Energieversorger weiterhin unter den aktuellen Marktbedingungen agieren. Ohne Kapazitätsmarkt könnten sie weiterhin vor Herausforderungen stehen, die Wirtschaftlichkeit von Reservekraftwerken zu sichern. Der Plan der Regierung für strategische Reserven wird damit zur zentralen Maßnahme, um die Netzstabilität zu gewährleisten.






