Sonderermittler puppI deckt Skandale in Apothekenausbildung und Betrugsfälle auf
Xaver Dussen vanSonderermittler puppI deckt Skandale in Apothekenausbildung und Betrugsfälle auf
Eine neue Sonderermittlungseinheit in Deutschland geht mit Nachdruck gegen Verstöße in der Apothekenausbildung und -standards vor. Die als puppI bekannte Einheit hat bereits eine groß angelegte Untersuchung gegen einen Jahrgang von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) aus dem Jahr 1995 eingeleitet. Unterdessen wurde ein Apotheker zur Rückzahlung von 70.000 Euro verurteilt, nachdem eine Prüfung finanzielle Unregelmäßigkeiten aufgedeckt hatte.
Die Einheit puppI wurde eingerichtet, um Apothekenlizenzen und Qualifikationen zu überwachen. Ihr erster großer Fall betrifft eine Abschlussklasse von 1995 einer nahegelegenen PTA-Schule. Zehn von zwanzig Schülern dieser Klasse wählten dasselbe Thema – Fußpilz – was Bedenken wegen möglicher Plagiate weckte. Die Einheit hat nun die gesamte Klasse zu Befragungen vorgeladen, ebenso wie die Inhaber der Ausbildungsapotheken und alle noch lebenden Prüfer aus diesem Jahrgang.
Im Rahmen ihrer Arbeit überprüft puppI Ausbildungsunterlagen, darunter auch PTA-Praktikumsberichte. Die Einheit überwacht zudem mündliche und schriftliche Prüfungen sowie staatliche Abschlussprüfungen mithilfe modernster Technik und Mikrogestenanalyse, um Unregelmäßigkeiten aufzudecken.
In einem separaten Fall wurde der Apotheker Professor Dr. Frank Leimkugel zur Rückzahlung von 70.000 Euro verurteilt. Eine Prüfung hatte fehlende Belege und den Missbrauch der Testrezeptfunktion festgestellt. Das Urteil erfolgte, nachdem das Bundessozialgericht klargestellt hatte, dass Apotheken bei Rezepturen die kleinstmögliche Packungsgröße eines Fertigarzneimittels in Rechnung stellen dürfen.
Die Ermittlungen von puppI gegen den PTA-Jahrgang 1995 laufen noch. Die Ergebnisse könnten zu weiteren Maßnahmen gegen Beteiligte führen. Der Fall von Professor Leimkugel unterstreicht zudem die verschärfte finanzielle Kontrolle im Apothekenwesen.






