Tausend Menschen fordern in Berlin bessere Inklusion und Barrierefreiheit
Carolina LangeTausend Menschen fordern in Berlin bessere Inklusion und Barrierefreiheit
Hunderte Demonstranten zogen am Samstag durch Berlin, um mehr Rechte und eine bessere Inklusion für Menschen mit Behinderungen zu fordern. Die Kundgebung fiel mit dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen zusammen und lenkte die Aufmerksamkeit auf die anstehenden Reformen des Behindertengleichstellungsgesetzes in Deutschland.
Laut Polizeischätzungen nahmen etwa 1.000 Menschen an dem Marsch teil. Unter den Teilnehmenden waren Rollstuhlfahrer:innen mit Schildern, auf denen Parolen wie „Teilhabe für alle garantieren“ und „Integration und Inklusion stärken“ zu lesen waren. Organisiert wurde die Demonstration von einem Bündnis aus Wohlfahrtsverbänden, sozialen Organisationen und Behindertenrechtsaktivist:innen. Der Protest begann am Brandenburger Tor und zog weiter zum Roten Rathaus.
Zu den geplanten Redner:innen zählten Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) und Bundestagsvizpräsident Bodo Ramelow (Linke). Ihre Reden fielen vor die erste Lesung des Bundestags am Donnerstag, bei der die vorgeschlagenen Änderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes beraten werden. Kritiker:innen bemängeln, dass der aktuelle Entwurf Entscheidungen über Barrierefreiheit einzelnen Unternehmen und Behörden überlässt, anstatt klare rechtliche Standards vorzugeben.
Zum Abschluss der Kundgebung wollten die Organisator:innen eine Petition überreichen, die rechtlich verbindliche Barrierefreiheitsvorgaben für den öffentlichen und privaten Sektor fordert. Die Demonstration unterstrich die anhaltenden Bedenken gegenüber dem fehlenden Durchsetzungsvermögen des Gesetzentwurfs. Da der Bundestag die Reformen in dieser Woche prüft, drängen Aktivist:innen weiterhin auf konkrete Verbesserungen. Ihr Ziel bleibt die Gewährleistung gleicher Zugangsmöglichkeiten und Teilhabe für alle Menschen mit Behinderungen.






