Wie eine deutsche Familie kasachische Kumys-Tradition seit Jahrzehnten bewahrt
Carolina LangeWie eine deutsche Familie kasachische Kumys-Tradition seit Jahrzehnten bewahrt
Eine deutsche Familie hält seit Jahrzehnten eine uralte zentralasiatische Tradition am Leben
Die Familie Zollmann stellt auf ihrem Hof in Waldbrunn-Mülben Kumys her – ein fermentiertes Stutenmilchgetränk. Gleichzeitig betreiben sie eine Gestütsfarm, auf der Pferde frei umherlaufen und Besucher die kasachische Kultur hautnah erleben können.
Die Geschichte des Kumys in Deutschland begann mit Dr. Rudolf Storch. Während des Zweiten Weltkriegs entdeckte er als Kriegsgefangener die gesundheitlichen Vorzüge des Getränks. 1959 gründete er einen Betrieb zur Stutenmilchgewinnung und legte damit den Grundstein für das heutige Unternehmen.
1980 übernahm die Familie Zollmann den Hof. Sie erweiterten die Produktion und entwickelten später eine Kosmetiklinie auf Stutenmilchbasis. Bis heute ist ihr Betrieb ein gut organisierter Ort, an dem Pferdehaltung und Kumys-Herstellung Hand in Hand gehen.
Kumys blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Das säuerliche, leicht alkoholische Getränk wird von den Steppenvölkern Asiens seit jeher geschätzt und ist in Kasachstan bis heute weit verbreitet – sowohl in industrieller Fertigung als auch in privatem Rahmen. Die Zollmanns pflegen enge Verbindungen zu dem Land und heben stets die Gastfreundschaft und Traditionen der kasachischen Bevölkerung hervor.
Doch die Familie engagiert sich nicht nur in der Produktion: Sie veranstaltet Feste, bei denen kasachische Küche, Musik und Bräuche im Mittelpunkt stehen. So bringen sie ein Stück Zentralasien nach Deutschland und verbinden alte Traditionen mit einem neuen Publikum.
Heute ist der Zollmann-Hof eine einzigartige Brücke zwischen Deutschland und Kasachstan. Ihre Kumys-Herstellung bewahrt ein uraltes Handwerk und trägt gleichzeitig zum Erfolg des Gestüts bei. Durch ihr Wirken bleibt die Stutenmilch – und mit ihr ein Stück kulturelles Erbe – in Europa lebendig.






