10 May 2026, 22:20

ZDK warnt vor chaotischen Folgen der neuen EU-Fahrzeugkennzeichnung für Gebrauchtwagen

Blaue und rote Fiat-Autos auf einem Werbeplakat mit dem Markennamen "Fiat"

ZDK warnt vor chaotischen Folgen der neuen EU-Fahrzeugkennzeichnung für Gebrauchtwagen

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat sich gegen den jüngsten Vorschlag der Europäischen Kommission zur Fahrzeugkennzeichnung ausgesprochen. Nach Angaben des Branchenverbands würden die geplanten Regeln erhebliche praktische und rechtliche Herausforderungen mit sich bringen – insbesondere für den Gebrauchtwagenmarkt. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn fordert dringende Änderungen, um schwere Störungen für Händler und Käufer gleichermaßen zu vermeiden.

Der Kommissionsvorschlag zielt darauf ab, die EU-Richtlinie von 1999 zur Kennzeichnung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu ersetzen. Ziel ist es, Verbrauchern durch eine Standardisierung der Datendarstellung klarere Informationen zu bieten. Der ZDK argumentiert jedoch, dass die Ausweitung der Pflichtkennzeichnung auf Gebrauchtwagen ernsthafte Probleme verursachen würde.

Viele ältere Fahrzeuge wurden ursprünglich nach den veralteten NEDC-Standards zertifiziert, während neuere Modelle den strengeren WLTP-Messverfahren unterliegen. Diese Diskrepanz erschwert eine präzise Kennzeichnung. Noch problematischer wird es bei umgerüsteten Gebrauchtwagen, bei denen verlässliche Verbrauchsangaben oft vollständig fehlen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Peckruhn warnte, dass die neuen Regeln Händler dazu drängen könnten, ältere Gebrauchtwagen komplett abzulehnen. In einem Acht-Punkte-Positions­papier forderte der ZDK die Politik auf, die Kennzeichnungspflicht auf Neufahrzeuge zu beschränken. Zudem verlangt der Verband klarere Verantwortlichkeiten für Hersteller, Online-Plattformen und Händler sowie eine einheitliche EU-weite Marktüberwachung.

Um die Bedenken auszuräumen, hat sich Peckruhn an das Bundeswirtschaftsministerium gewandt. Er erwartet von Berlin, dass es sich in den Brüsseler Verhandlungen für rechtssichere und praxistaugliche Regelungen einsetzt.

Die Kritik des ZDK unterstreicht die praktischen Hürden, die mit der Anwendung neuer Kennzeichnungsvorschriften im Gebrauchtwagensektor verbunden sind. Ohne Anpassungen drohen Händlern rechtliche Unsicherheiten und betriebliche Schwierigkeiten. Das Ergebnis der Brüsseler Gespräche wird entscheiden, ob die Regelungen in ihrer aktuellen Form vorankommen.

Quelle