26 April 2026, 12:28

Zehn jüdische Stimmen brechen Schweigen über vielfältige Lebensrealitäten in Deutschland

Ein abgenutztes Buch mit hebräischer Schrift, betitelt "Jüdisches Pessach-Seder", vor schwarzem Hintergrund.

Zehn jüdische Stimmen brechen Schweigen über vielfältige Lebensrealitäten in Deutschland

"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen: Zehn Gespräche aus Deutschland" – ein neues Buch gibt seltene Einblicke in die vielfältigen Lebensrealitäten jüdischer Menschen im Land

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Im Verlag Hentrich & Hentrich ist soeben das Buch "Worüber Jüdinnen und Juden sprechen: Zehn Gespräche aus Deutschland" erschienen – ein Werk, das einen seltenen Blick auf die heterogenen Lebenswelten jüdischer Menschen in Deutschland wirft. Anhand von zehn Dialogen kommen acht jüdische Stimmen zu Wort, deren Erfahrungen in der öffentlichen Debatte oft unsichtbar bleiben.

Die Autorinnen und Autoren, Mascha Malburg und Joshua Schultheis, bringen unterschiedliche Perspektiven in das Projekt ein. Malburg, die Politikwissenschaft und Soziologie studierte, widmete ihre Abschlussarbeit Hannah Arendts Revolutionstheorie. Schultheis arbeitet unterdessen als politischer Redakteur bei der "Jüdischen Allgemeinen", einer der führenden jüdischen Zeitungen Deutschlands. Gemeinsam führten sie Gespräche mit Jüdinnen und Juden aus den unterschiedlichsten Hintergründen – darunter Zuwandernde aus der Ukraine und Russland sowie Menschen, deren Familien seit Generationen in Deutschland leben.

Die Dialoge spannen einen weiten Bogen jüdischer Identitäten auf: von aschkenasischen und mizrachischen Traditionen über queere Perspektiven bis hin zu patrilinearer Herkunft. Zu Wort kommen etwa Menschen, die Städte wie New York oder Tel Aviv verließen, um in Berlin neu anzufangen, aber auch solche, die trotz des Erstarkens rechtsextremer Bewegungen bewusst im Osten Deutschlands bleiben. Die Gespräche hinterfragen die begrenzte Sichtbarkeit jüdischen Lebens in Deutschland, das in der Öffentlichkeit meist nur im Kontext von Holocaust-Gedenken oder Nahostkonflikten thematisiert wird.

Zur Buchpräsentation gehörte eine moderierte Diskussion unter der Leitung von Dinah Riese, Leiterin des Inlandsressorts des Verlagsportals. Im Mittelpunkt stand, wie die Interviews Klischees durchbrechen und jüdische Erfahrungen als facettenreich und tief in der heutigen deutschen Gesellschaft verwurzelt zeigen.

Das Buch erscheint zu einer Zeit, in der jüdische Stimmen in Deutschland häufig auf enge Erzählmuster reduziert werden. Indem es persönliche Geschichten aus verschiedenen Regionen, Traditionen und Lebensentwürfen versammelt, will es das öffentliche Verständnis erweitern. Die Autorinnen, Autoren und Beitragenden hoffen, dass diese Gespräche zu differenzierteren Debatten über jüdisches Leben im Land anregen.

Quelle