Baden-Württembergs neues Wahlrecht soll mehr Frauen in den Landtag bringen – doch der Effekt bleibt gering
Carolina LangeSo viele Frauen sitzen im neuen Landtag im Südwesten - Baden-Württembergs neues Wahlrecht soll mehr Frauen in den Landtag bringen – doch der Effekt bleibt gering
Baden-Württemberg führt neues Wahlrecht für mehr Frauen in den Landtag ein
Baden-Württemberg hat ein neues Wahlrecht eingeführt, um den Frauenanteil im Landtag zu erhöhen. Die Reform verlagert die Auswahl der Kandidaten von den örtlichen Parteigliederungen auf die Landesverbände – mit dem Ziel, die Bevorzugung männlicher Amtsinhaber abzubauen. Trotz dieser Änderungen zeigen die jüngsten Wahlergebnisse jedoch nur einen leichten Anstieg der Frauenbeteiligung.
Vor 2021 lag die Kandidatennominierung in der Hand der lokalen Parteigruppen, die oft langjährige männliche Politiker bevorzugten. Dieses System trug dazu bei, dass Baden-Württemberg bundesweit den niedrigsten Frauenanteil unter den Abgeordneten hatte. Das neue Gesetz schreibt den Landesparteien vor, in den ersten zehn Listenplätzen eine ausgeglichene Geschlechterverteilung sicherzustellen – in der Hoffnung, die Repräsentation zu verbessern.
Die Wahl 2026 brachte gemischte Ergebnisse: Grüne, CDU und SPD besetzten jeweils die Hälfte ihrer Top-10-Plätze mit Frauen. Die FDP nahm jedoch nur drei Frauen in ihre ersten zehn Positionen auf, die AfD sogar nur eine. Die Grünen erreichten 30,2 Prozent der Zweitstimmen und lagen damit knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent.
Nach der Wahl sind nun 33,8 Prozent der Landtagsmandate mit Frauen besetzt – ein minimaler Anstieg gegenüber den 33 Prozent der vorherigen Legislaturperiode, aber noch weit entfernt von den ehrgeizigeren Zielen der Reform.
Die Wahlrechtsreform ermöglichte es den Landesparteien, stärkeren Einfluss auf die Kandidatenlisten zu nehmen. Zwar erreichten einige Parteien in ihren Spitzenrängen eine ausgewogene Geschlechterverteilung, doch der Gesamtanteil der Frauen im Landtag stieg um weniger als einen Prozentpunkt. Ob das neue Gesetz langfristig zu einer besseren Repräsentation führt, bleibt abzuwarten.