Berlin testet umstrittene KI-Überwachung – mehr Sicherheit oder Eingriff in Freiheiten?
Marijan MangoldBerlin testet umstrittene KI-Überwachung – mehr Sicherheit oder Eingriff in Freiheiten?
Berlin testet umstrittenes KI-System zur Überwachung öffentlicher Räume
In Berlin soll bald ein umstrittenes KI-gestütztes Überwachungssystem erprobt werden, das öffentliche Plätze analysiert. Die Technologie, die bereits in Mannheim und Hamburg im Einsatz ist, wertet Videomaterial aus, um verdächtiges Verhalten zu erkennen. Kritiker warnen jedoch, dass sie den Überwachungsdruck erhöhen könnte, ohne bisher spürbare praktische Vorteile zu bieten.
Die von der Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung entwickelte Software läuft in Mannheim bereits seit sieben Jahren. Hamburg führte sie Anfang September ein. Trotz des Einsatzes erfordert das System weiterhin ständige menschliche Kontrolle und hat die Arbeitsbelastung der Behörden nicht verringert.
Die Berliner Polizeipäsidentin Barbara Slowik Meisel befürwortet die Einführung und argumentiert, sie werde die Effizienz steigern. Sie schlug sogar vor, die KI so zu kalibrieren, dass sie häufiger Fehlalarme auslöst – "lieber einmal zu oft alarmiert werden", so ihre Begründung. Aufgrund der aktuellen Einschränkungen dient die Technologie jedoch vor allem der Weiterentwicklung von KI und weniger der aktiven Polizeiarbeit.
Bis März 2026 werden zwölf deutsche Städte – darunter Berlin, München und Köln – Pilotprojekte starten. Das neue Berliner Polizeigesetz wird den Einsatz von KI-Training mit verschiedenen Videoquellen rechtlich ermöglichen. Dennoch bleiben Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes, da das System langfristig große Teile der Innenstadt überwachen könnte.
Die Ausweitung der KI wirft Fragen nach ihrer Wirksamkeit und den Folgen für die Bürgerrechte auf. Während Befürworter mögliche Effizienzgewinne betonen, deuten die Abhängigkeit von menschlicher Überprüfung und die hohe Fehlalarmrate darauf hin, dass das System noch nicht ausgereift ist. Berlins rechtlicher Rahmen ermöglicht nun umfassendere Tests – mit weitreichenden Konsequenzen für künftige Überwachungspraktiken.