Berliner Gericht verurteilt homophobe Beleidigungen im ÖPNV zu Geldstrafe
Xaver Dussen vanBerliner Gericht verurteilt homophobe Beleidigungen im ÖPNV zu Geldstrafe
Ein Berliner Gericht hat einen Mann wegen homophober Beleidigungen und Bedrohungen nach einer Auseinandersetzung im öffentlichen Nahverkehr verurteilt. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf den drastischen Anstieg queerenfeindlicher Hasskriminalität in Deutschland: Im vergangenen Jahr wurden 2.048 Vorfälle registriert – zehnmal so viele wie 2010. Die Richterin verurteilte den Angriff als inakzeptabel für die Gesellschaft.
Auslöser des Vorfalls waren abfällige Bemerkungen von Michael W. über die Lackschuhe von Tibor P. in einer U-Bahn. Zwar räumte er die Äußerungen später ein, bestritt jedoch eine körperliche Attacke – obwohl Überwachungsaufnahmen eine handgreifliche Auseinandersetzung zeigen. Ein Zeuge griff ein, um Tibor P. zu helfen; ein Verhalten, das die Richterin als mutig und notwendig lobte.
Während des Prozesses entschuldigte sich Michael W. mit leiser, lallender Stimme: "Ich kann nicht erklären, was passiert ist. Aber ich möchte mich dafür entschuldigen." Tibor P. nahm die Entschuldigung an, beschrieb jedoch, wie er sich während der Konfrontation überfordert, gedemütigt und verängstigt gefühlt habe.
Das Gericht sprach Michael W. der Beleidigung und Bedrohung schuldig. Er wurde zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt, zahlbar in 150 Tagessätzen. Die Richterin betonte, dass Angriffe aufgrund der sexuellen Orientierung in der Gesellschaft keinen Platz hätten.
Das Urteil sendet ein klares Signal über die rechtlichen Konsequenzen homophober Hetze. Während Michael W. die Strafe begleichen muss, versucht Tibor P., den Vorfall hinter sich zu lassen. Der Fall unterstreicht die wachsende Sorge über steigende Hassverbrechen gegen LGBTQ+-Personen in Deutschland.






