Berlins Ausbildungsabgabe spaltet Gründerszene: Strafe statt Lösung?
Darko CarstenBerlins Ausbildungsabgabe spaltet Gründerszene: Strafe statt Lösung?
Berlin führt neue Ausbildungsabgabe ein – Unternehmen zahlen bei zu wenigen Lehrstellen
Berlin hat eine umstrittene Ausbildungsabgabe eingeführt, die Unternehmen bestraft, die zu wenige Ausbildungsplätze anbieten. Die Maßnahme stößt bei lokalen Gründern auf scharfe Kritik.
Ralph Hage, Inhaber von Lap Coffee, bezeichnete die Abgabe als "noch ein falsches Signal" aus der Hauptstadt. Sein Unternehmen setze stattdessen auf Automatisierung und moderne Lernsysteme – klassische Lehrstellen seien dafür nicht relevant.
Moritz Kreppel von Urban Sports Club nannte die Politik "eine Strafe für das, was man nicht versteht". Die Stadt gehe an den eigentlichen Problemen vorbei, so seine Kritik. Agnieszka Walorska, Gründerin des Fintechs Mika, verwies auf ein tieferliegendes Problem: Nicht die mangelnde Bereitschaft der Firmen, sondern das sinkende Interesse junger Menschen an Ausbildungsberufen sei die eigentliche Herausforderung.
Marius Meiners, Mitgründer des KI-Startups Peec AI, räumte ein, sein Unternehmen werde die Strafe womöglich einfach zahlen, statt Auszubildende einzustellen. Die Vorgabe sei für viele Startups schlicht unpraktikabel. Die finanzielle Belastung durch die Abgabe sorgt bei Berlins Gründerszene für Frust – einige zweifeln daran, ob das Ziel überhaupt erreicht wird.
Der durch die Abgabe generierte Fonds soll jährlich rund 75 Millionen Euro umfassen. Unternehmen, die die geforderte Ausbildungsquote von 4,6 Prozent nicht erfüllen, müssen zahlen – doch viele sehen darin nur eine zusätzliche Kostenlast statt einer Lösung.
Die Regelung tritt 2028 in Kraft und betrifft alle Betriebe mit mindestens zehn Beschäftigten. Wer die Quote verfehlt, muss zwingend Abgaben leisten. Unterdessen warnen Gründer vor negativen Folgen für Innovation und Wachstum.






