23 March 2026, 12:23

Böhmermanns provokante Schau Unvernunft öffnet in Berlin mit Handyverbot und Butter-Kohl

Eine vielseitige Kunstausstellung in einem Museumsgalerie mit gerahmten Kunstwerken auf Tischen, Texttafeln an den Wänden, Deckenbeleuchtung und einem Teppichboden.

Böhmermanns provokante Schau Unvernunft öffnet in Berlin mit Handyverbot und Butter-Kohl

Jan Böhmermanns neue Ausstellung Die Möglichkeit der Unvernunft hat am vergangenen Wochenende im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) ihre Pforten geöffnet. Die Schau verbindet Satire, persönliche Erinnerungsstücke und interaktive Installationen – und setzt dabei an der Tür eine strikte Handyverbotspolitik durch. Bis zum 19. Oktober 2022 können Besucherinnen und Besucher den Raum erkunden.

Den Auftakt bildet ein Nachbau eines deutschen Einbürgerungstests, der sofort einen provokanten und humorvollen Ton setzt. In der Nähe richtet sich ein Teleskop auf einen Spiegel, der in Richtung des benachbarten Bundeskanzleramts ausgerichtet ist – Gäste sind eingeladen, aus der Ferne einen Blick auf die politische Macht zu werfen. Eine lebensgroße Büste des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, vollständig aus Butter geformt, fügt eine weitere Ebene des Absurden hinzu.

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KI-generierte Aktbilder des Politikers Friedrich Merz hängen neben gerichtlichen Dokumenten aus Böhmermanns vergangenen Prozessen. Profilfotos seiner Online-Kritiker sind wie Trophäen ausgestellt, während eine Maschine alle 28 Minuten methodisch ein Stofftier zerfetzt – es sei denn, eine Besucherin oder ein Besucher zahlt für ein Selfie und stoppt den Vorgang.

Andere Bereiche zeigen Souvenirs aus der TV-Karriere des Satirikers, darunter eine Goldene Schallplatte, geschenkt vom Rapper Bushido, und ein Boxsack, den einst der flüchtige Wirecard-Vorstand Jan Marsalek nutzte. Ein "TV-Garten" für Indie-Publikum bietet Live-Auftritte von Künstlerinnen und Künstlern wie Domiziana, Mine und Ebow und vermischt Musik mit der chaotischen Energie der Ausstellung.

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit zwischen dem HKW, dem Goethe-Institut und internationalen Kuratorinnen und Kuratoren, darunter Beteiligte der Universität der Künste Berlin. Trotz der Bezüge zu bekannten Persönlichkeiten sind keine der genannten Künstler oder öffentlichen Figuren offiziell eingebunden.

Die Ausstellung ist bis Mitte Oktober täglich im Haus der Kulturen der Welt zu sehen. Besucher hinterlegen ihre Handys am Eingang, nehmen dafür aber eine Mischung aus politischer Kommentierung, persönlichen Relikten und interaktivem Spektakel mit. Die Macher positionieren die Schau als Rückblick auf Böhmermanns Werk und zugleich als weitergehende Reflexion über Medien, Macht und Absurdität.

Quelle