Bundesregierung verbietet islamistische Organisation Muslim Interaktiv nach jahrelanger Beobachtung
Xaver Dussen vanBundesregierung verbietet islamistische Organisation Muslim Interaktiv nach jahrelanger Beobachtung
Das Bundesinnenministerium verbot die Organisation Muslim Interaktiv Anfang November 2025. Der Gruppe wurde vorgeworfen, den Islam als einziges Gesellschaftsmodell etablieren zu wollen und dabei staatlichen Einfluss abzulehnen. Sie stand bereits seit Langem unter Beobachtung der deutschen Behörden.
Bedenken gegenüber Muslim Interaktiv gab es spätestens seit Juni 2024. Der Hamburger Verfassungsschutz hatte die Organisation bereits zu diesem Zeitpunkt als „gesichert extremistisch“ eingestuft. Zudem bestand eine Verbindung zu Hizb ut-Tahrir, einer sektenähnlichen Bewegung, die in Deutschland seit 2003 verboten ist.
Im Mai 2024 reichte die AfD einen Antrag im Bundestag ein, der ein Verbot von Muslim Interaktiv forderte. Ein Video, das sich auf diesen Antrag bezog, wurde am 13. Juni 2024 von Baumann auf Facebook veröffentlicht – an demselben Tag, an dem der Bundestag den AfD-Vorschlag ablehnte. Mehrere Parteien, darunter die CDU, stimmten gegen den Antrag oder enthielten sich. Der CDU-Abgeordnete Christoph de Vries und der BSW-Politiker Ali Al-Dailami erläuterten später die Positionen ihrer Parteien.
Schon im April 2024 hatte die Hamburger CDU einen Landesantrag auf ein Verbot der Gruppe eingebracht, der jedoch am Widerstand von SPD und Grünen scheiterte. Auf Bundesebene legte die CDU Anfang Juni 2024 einen weiteren Antrag vor, der sich gegen den politischen Islam richtete – doch die Ampelkoalition lehnte ihn ab.
Das bundesweite Verbot erfolgte nach wiederholten politischen Debatten und Einschätzungen der Sicherheitsbehörden. Die Aktivitäten von Muslim Interaktiv wurden als unvereinbar mit der verfassungsmäßigen Ordnung Deutschlands bewertet. Die Entscheidung markierte das Ende eines langwierigen rechtlichen und politischen Prozesses.
