09 May 2026, 14:23

Gedenkfeier in Halle eskaliert: Russische Fahnen entzünden Streit um Erinnerungskultur

Schwarzes und weißes Plakat zum 25. Jahrestag der Sowjetunion, das eine Gruppe mit einer Flagge zeigt, Text und dekorative Blätter.

Gedenkfeier in Halle eskaliert: Russische Fahnen entzünden Streit um Erinnerungskultur

Spannungen beim 81. Jahrestag der Befreiung Halle (Saale)s

Die Stimmung war diese Woche beim 81. Jahrestag der Befreiung Halle (Saale)s angespannt. Die Gedenkveranstaltung, die Widerstandskämpfer und sowjetische Opfer des NS-Regimes ehren sollte, entwickelte sich zu einem politischen Zankapfel. Als eine Gruppe mit russischen Fahnen erschien, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen – sowohl seitens der Veranstalter als auch der Teilnehmer gab es scharfe Kritik.

Die Feierlichkeiten fanden auf dem Südfriedhof statt, wo 977 sowjetische Bürger bestattet sind – obwohl die Stadt 1945 von US-Truppen befreit wurde. Die Anwesenden legten Blumen am Gedenkhain für die deutschen Widerstandskämpfer nieder. Die stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Judith Marquardt hinterließ im Namen von Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt einen offiziellen Kranz.

Mitglieder der selbsternannten „Halle-Bewegung“ tauchten mit russischen Fahnen und Symbolen auf und lösten damit sofortige Empörung aus. Kritiker warfen der Gruppe vor, die rechtspopulistische AfD zu unterstützen und Russlands völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu billigen. Eric Stehr von der Linken verurteilte jede Nähe zu einem Regime, das für „Terror und Zerstörung“ verantwortlich sei.

Lukas Wanke vom VVN-BdA richtete sich in einer Rede an die Versammelten und betonte, der Kampf gegen den Faschismus sei noch nicht beendet. Die Mahnung „Nie wieder“ dürfe keine Ausnahmen zulassen. Gleichzeitig stellte er klar, dass die historische Würdigung der Roten Armee heutige Ungerechtigkeiten nicht rechtfertige.

Die Veranstaltung offenbarten tiefe politische Gräben in der Erinnerungskultur der Stadt. Das Denkmal bleibt die größte Ehrung sowjetischer Beiträge im Kampf gegen das NS-Regime in der Region. Doch die diesjährige Gedenkfeier endete mit ungelösten Konflikten darüber, wie Geschichte erinnert werden soll – und von wem.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle