Gewalt am Bahnhof Plochingen: Zugführer nach Angriff im Dienst verletzt
Darko CarstenGewalt am Bahnhof Plochingen: Zugführer nach Angriff im Dienst verletzt
Ein 35-jähriger Mann aus Gambia wird beschuldigt, einen Zugführer am Bahnhof Plochingen angegriffen zu haben. Der Vorfall ereignete sich am späten Abend des 27. Mai 2025, nachdem der Verdächtige versucht hatte, einen abfahrenden Zug zu besteigen. Die Behörden haben nun Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung eingeleitet.
Gegen 22:36 Uhr überquerte der Mann die Gleise, um einen Zug zu erreichen, der gerade den Bahnsteig verließ. Als der 34-jährige tunesische Lokführer ihm den Zutritt verweigerte, soll der Verdächtige ihn angegriffen haben.
Die Bundespolizei wies auf die Gefahren hin, die mit dem Betreten von Gleisbereichen verbunden sind, und warnte, dass Züge sich fast geräuschlos nähern können. Windrichtung und -geschwindigkeit können es erschweren, herannahende Züge zu hören, bis sie sehr nah sind. Selbst bei einer Notbremsung benötigen Züge Hunderte von Metern, bis sie vollständig zum Stehen kommen.
Beamte verwiesen zudem auf den Sogeffekt, der durch vorbeifahrende oder abfahrende Züge entsteht und Menschen unerwartet in Richtung der Gleise ziehen kann. Zwischen 2023 und 2025 registrierten die Deutsche Bahn und die Bundespolizei etwa 2.500 Fälle von körperlichen Angriffen auf Bahnmitarbeiter durch Fahrgäste oder Dritte. Diese Vorfälle haben jährlich um etwa 20 Prozent zugenommen.
Dem Verdächtigen droht nun ein Verfahren wegen Körperverletzung. Der Fall reiht sich in eine wachsende Zahl von Gewaltdelikten gegen Eisenbahnangestellte in ganz Deutschland ein. Die Behörden appellieren weiterhin an die Fahrgäste, sich von den Gleisen fernzuhalten und die Sicherheitsvorschriften in den Bahnhöfen zu beachten.






