Grüne reformieren Umgang mit sexueller Belästigung nach Gelbhaar-Skandal
Carolina LangeGrüne reformieren Umgang mit sexueller Belästigung nach Gelbhaar-Skandal
Die Grünen haben ein neues Statut zum Umgang mit sexueller Belästigung eingeführt. Der Schritt erfolgt nach massiver Kritik einer internen Kommission an der Handhabung eines prominenten Falls um den Abgeordneten Stefan Gelbhaar.
Vor einem Jahr hatte die Kommission das Vorgehen der Partei im Fall Gelbhaar scharf verurrteilt. Dabei wurden gravierende Mängel im Ombudsverfahren aufgedeckt, darunter unklare Definitionen und mangelnde Verfahrensgerechtigkeit. Zudem wurde dem Prozess vorgeworfen, politischen Zwecken gedient und Gelbhaar eine angemessene Verteidigung erschwert zu haben.
Nach den neuen Regeln sollen Beschwerdeausschüsse künftig auf Vermittlung statt auf Sanktionen setzen. Betroffene in Fällen mit möglichem Straftatbestand werden an externe Beratungsstellen verwiesen und über ihr Recht zur Strafanzeige aufgeklärt. Disziplinarmaßnahmen obliegen nun den parteiinternen Schiedsgerichten.
Das Statut sieht zudem Maßnahmen vor, um Interessenkonflikte zu vermeiden und die Vertraulichkeit zu wahren. Ziel ist es, die Rollen der verschiedenen Gremien und Abläufe klarer zu regeln. Die Änderungen folgen einer grundlegenden Überprüfung der bisherigen Praxis und sollen eine fairere und transparente Bearbeitung von Belästigungsvorwürfen innerhalb der Partei gewährleisten. Der neue Rahmen gilt für alle künftigen Fälle.
