Krankenhaus Sigmaringen stellt ambulante Krebstherapie wegen Personalmangels ein
Darko CarstenKrankenhaus Sigmaringen stellt ambulante Krebstherapie wegen Personalmangels ein
Krankenhaus Sigmaringen kämpft seit Februar mit Versorgungsengpässen in der ambulanten Krebstherapie
Seit Februar hat das Krankenhaus Sigmaringen kontinuierlich mit Herausforderungen in der ambulanten Versorgung von Krebspatienten zu kämpfen. Gesetzlich versicherte Onkologiepatienten können dort aufgrund von Personalmangel derzeit nicht mehr behandelt werden. Gleichzeitig stehen auch andere ambulante Fachbereiche wie die Kardiologie unter Druck, da wichtige Mitarbeiter das Haus verlassen wollen.
Die Möglichkeit, gesetzlich versicherte Krebspatienten zu behandeln, verlor das Krankenhaus nach dem Weggang des Chefarztes. Ohne einen fest angestellten Onkologen oder geliehene Fachärzte mit persönlicher Zulassung musste der ambulante Onkologiebetrieb eingestellt werden. Krankenhäuser dürfen solche Leistungen nur in Ausnahmefällen erbringen – und auch dann nur mit einer Sondergenehmigung des Zulassungsausschusses, einem Gremium aus Krankenkassenvertretern und Ärzten.
Die ambulante Versorgung in Sigmaringen umfasst unter anderem Urologie, Kardiologie, Gastroenterologie, Gynäkologie, Chirurgie und Onkologie. Diese Angebote sollen keine Konkurrenz zu niedergelassenen Ärzten darstellen, sondern Patienten helfen, wenn Praxen nicht über die notwendige Ausstattung verfügen. So setzte etwa der Kardiologe Jan Prillinger moderne Steuerungsgeräte für Herzschrittmacher und Defibrillatoren ein – eine Technologie, die in Standardpraxen selten zu finden ist.
Mit Prillingers Abgang am 1. Oktober endet die ambulante kardiologische Versorgung für diese Geräte im Krankenhaus. Eine Wiederaufnahme des Angebots ist nicht geplant, da ambulante Behandlungen weniger Einnahmen bringen als stationäre. Trotz der finanziellen Nachteile rechnet die SRH-Klinikengruppe jedoch mit einer steigenden Nachfrage nach ambulanten Leistungen – getrieben von gesundheitspolitischen Bestrebungen, Kosten zu senken, indem mehr Behandlungen aus den Krankenhäusern verlagert werden.
Aktuell wartet das Krankenhaus auf eine neue Genehmigung, die voraussichtlich im November erteilt wird, um die onkologische Versorgung für gesetzlich Versicherte wiederaufnehmen zu können. Bis dahin müssen Krebspatienten anderswo behandelt werden.
Personalverlust und verzögerte Genehmigungen belasten die Versorgung in Sigmaringen
Der Weggang wichtiger Mitarbeiter und verzögerte Zulassungen haben die ambulante Versorgung im Krankenhaus Sigmaringen stark beeinträchtigt. Ohne neue Onkologie-Genehmigung oder einen Ersatz für Prillinger haben Patienten, die auf spezialisierte ambulante Behandlungen angewiesen sind, kaum Alternativen. Ob das Krankenhaus diese Leistungen aufrechterhalten kann, hängt nun von behördlichen Entscheidungen und künftigen Personalgewinnungen ab.






