21 March 2026, 22:17

McCormick will Knorr kaufen – droht Unilever der Abschied von einer Kultmarke?

Ein Teller mit einem Lebensmittel.

McCormick will Knorr kaufen – droht Unilever der Abschied von einer Kultmarke?

Der US-amerikanische Gewürzriese McCormick & Company verhandelt aktuell über den Kauf von Knorr, der kultigen deutschen Lebensmittelmarke. Die mögliche Milliarden-Transaktion fällt in eine Phase der Umstrukturierung bei Unilever unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Fernando Fernandez. Knorr ist seit fast 200 Jahren ein fester Begriff in deutschen Haushalten, doch veränderte Verbrauchergewohnheiten zwingen Unilever, sein Markenportfolio neu zu bewerten.

Der geplante Verkauf ist eine Reaktion auf jahrelange Verschiebungen am Markt. Immer mehr Kunden greifen zu günstigeren Produkten, was Unternehmen wie Unilever dazu bringt, ihre Strategien anzupassen. Dieser Schritt steht im Einklang mit der früheren Entscheidung des Konzerns, seine eiscreme-Sparte mit niedrigeren Margen im Jahr 2025 abzuspalten.

Knorr, bekannt für Suppen, Saucen und Gewürzmischungen, betreibt unter Unilevers Führung vier Produktionsstandorte in Deutschland. Sollte die Übernahme gelingen, würde die Marke zu McCormick & Company gehören – dem weltweit größten Gewürzhersteller. Das in Maryland ansässige Unternehmen erwirtschaftet bereits rund sieben Milliarden US-Dollar Jahresumsatz und beschäftigt etwa 14.000 Mitarbeiter weltweit.

In den vergangenen fünf Jahren stieg McCormicks globaler Umsatz von 6,3 auf 7,0 Milliarden US-Dollar, was seine führende Position im Konsumenten-Gewürzmarkt festigt. Konkurrenten wie die indische Marke Safola (gehört zu Wipro Consumer Care) wuchsen zwar von 100 auf 150 Millionen US-Dollar, bleiben aber auf regionale Märkte konzentriert. Derweil expandierte der Schweizer Aroma- und Duftstoffspezialist Givaudan von 6,7 auf 7,5 Milliarden Schweizer Franken und behielt seine starke Stellung im B2B-Segment mit höheren Gewinnmargen bei.

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Die Übernahme von Knorr würde McCormicks Position in Europa weiter stärken – und für die deutsche Traditionsmarke einen tiefgreifenden Wandel bedeuten, die seit Jahrzehnten zu Unilever gehört.

Ein erfolgreicher Deal hätte das Potenzial, den globalen Markt für Gewürze und Saucen neu zu ordnen: McCormick würde eine etablierte europäische Marke gewinnen, während Unilever seine Geschäftsbereiche weiter straffen könnte. Ob es dazu kommt, hängt von den Verhandlungen ab – doch die Auswirkungen auf beide Konzerne und die Verbraucher wären beträchtlich.

Quelle