Münchner Kneipe verlangt 25 Euro fürs Erbrechen – und löst damit eine Debatte aus
Darko CarstenMünchner Kneipe verlangt 25 Euro fürs Erbrechen – und löst damit eine Debatte aus
Münchner Kneipe führt neue Regel ein: Wer sich übergibt, zahlt 25 Euro Reinigungsgebühr
Eine Münchner Gaststätte hat eine ungewöhnliche Maßnahme gegen unangenehme Vorfälle eingeführt: Gäste, die sich in den Räumlichkeiten übergeben, müssen künftig eine Reinigungspauschale von 25 Euro zahlen. Die Neuerung sorgt online für Diskussionen – manche scherzen, man solle stattdessen den Koch für die Übelkeit verantwortlich machen.
Die Regelung ist Teil eines größeren Trends. Bis März 2026 haben bereits mindestens zwölf traditionelle Bierhallen in der Stadt ähnliche Gebühren eingeführt, die zwischen 50 und 100 Euro liegen. Bekannte Lokale wie der Augustiner-Keller oder das Hofbräuhaus verlangen die Abgabe bereits, wie der Bayerische Rundfunk und lokale Medien berichten.
Laut einem Aushang der Kneipe soll die Maßnahme den Respekt vor dem Reinigungspersonal zeigen. Doch nicht alle sind überzeugt, dass das Geld auch tatsächlich bei den Mitarbeitern ankommt, die die Sauerei beseitigen müssen. Nutzer in sozialen Medien stellen infrage, ob die eingenommenen Beträge wirklich an die zuständigen Kräfte fließen.
Die Reaktionen im Netz fallen gemischt aus. Einige halten die 25 Euro für zu niedrig und fordern mindestens 100 Euro oder mehr. Andere lehnen die Idee grundsätzlich ab und nennen sie ungerecht. Wieder andere scherzen, der Koch sei schuld an der Übelkeit – und nicht die Gäste.
Die Debatte kommt zu einem Zeitpunkt, an dem München sich auf das Oktoberfest vorbereitet, das größte Volksfest der Welt. Jährlich strömen Millionen Besucher in die Wirtshäuser der Stadt, um Bier zu genießen. Bei solchen Menschenmassen sind Vorfälle wie Erbrechen keine Seltenheit – die neuen Gebühren sind daher ein viel diskutiertes Thema vor dem Fest.
Ähnliche Regelungen gibt es bereits anderswo. In anderen Ländern und Betrieben werden Reinigungsgebühren schon lange eingesetzt, um rücksichtsloses Verhalten einzudämmen. Nun gewinnt die Praxis auch in Münchens traditionellen Bierhallen an Fahrt, wo die Kombination aus Alkohol und Feierlaune oft zu chaotischen Ergebnissen führt.
Die neue Abgabe spiegelt wachsende Bemühungen wider, die Sauberkeit in stark frequentierten Lokalen zu gewährleisten. Mit mindestens zwölf Münchner Wirtshäusern, die solche Gebühren bereits erheben, wird die Regelung zunehmend zum Standard. Ob das Geld tatsächlich beim Personal ankommt oder nur die Kosten deckt – fest steht: Die Regel wird vor allem mit Blick auf das bevorstehende Oktoberfest wohl bestehen bleiben.