16 April 2026, 20:23

NRW-Kitas protestieren gegen KiBiz-Reform: "Wir sind sprachlos vor Wut"

Plakat mit der Aufschrift "Nationaler Ausschuss für Kinderarbeit: Warum? Zweieinhalb Millionen Kinderarbeiter unter sechzehn Jahren heute" mit einer USA-Karte und mehreren illustrierten Gesichtern, die Ausschussmitglieder darstellen.

NRW-Kitas protestieren gegen KiBiz-Reform: "Wir sind sprachlos vor Wut"

Kitas in ganz Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Reformen des Landes-Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)

Erzieherinnen, Eltern und Kinder haben in dieser Woche gegen Personalmangel und steigende Kosten demonstriert. Die Proteste zeigen die wachsende Unzufriedenheit mit der Politik des Landes im Bereich der frühkindlichen Bildung.

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Rund 50 Kinder, Fachkräfte und Eltern der St.-Josef-Kindertagesstätte Saalhausen in Lennestadt beteiligten sich unter dem Motto "Wir sind sprachlos" an den Aktionen. Organisiert wurde die Demonstration vom Trägerverbund WIR-KITAs, der mehrere Einrichtungen in der Region vertritt. Vanessa Frankenthal, die Leiterin der Kita, warnte, dass der Personalmangel dazu führe, dass die Bedürfnisse der Kinder nicht mehr ausreichend berücksichtigt werden könnten.

Kritiker monieren, dass die im Januar eingeführte KiBiz-Reform zentrale Probleme nicht löst. Explodierende Energiekosten und Inflation belasten die Haushalte, während der Fachkräftemangel die verbleibenden Mitarbeiter zusätzlich überlastet. Viele fürchten, dass das geplante System aus "Kern- und Randzeiten" die Betreuungsqualität weiter verschlechtern wird.

Die Landesregierung hat zwar zusätzliche 200 Millionen Euro für das kommende Kita-Jahr ab August zugesagt. Sollten die Reformen jedoch verabschiedet werden, treten sie erst 2025 in Kraft – für die Einrichtungen bleibt damit die langfristige Unterstützung ungewiss. In den nächsten Wochen sind ähnliche Proteste an weiteren Kitas zu erwarten.

Die Demonstrationen spiegeln die grundsätzlichen Sorgen um die Zukunft der Kinderbetreuung in Nordrhein-Westfalen wider. Bei niedrigen Personalständen und steigenden Kosten reichen die aktuellen Reformpläne aus Sicht der Träger nicht aus. Die zugesagten Mittel der Landesregierung haben die Ängste vor künftigen Kürzungen bei den Leistungen kaum gemildert.

Quelle