24 March 2026, 02:22

Pforzheimer Polizei kämpft mit Humor gegen das gefährliche Mittelspurschleichen

Grüne Autobahnschilder lesend "Verboten auf der Autobahn" mit Fahrzeugen, Laternenpfählen, Bäumen, Gebäuden und bewölktem Himmel im Hintergrund.

Pforzheimer Polizei kämpft mit Humor gegen das gefährliche Mittelspurschleichen

Die Polizei in Pforzheim geht mit einer humorvollen Kampagne ein ernstes Verkehrsproblem an: das "Mittelspurschleichen". Mit einer aktuellen Social-Media-Aktion machen die Beamten auf die Gefahren dieser weitverbreiteten Angewohnheit aufmerksam – und sorgen damit für Zustimmung wie auch Diskussionen unter Autofahrern.

Die deutsche Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt klar vor: Fahrende müssen sich möglichst weit rechts halten. Auf zweispurigen Straßen gilt: Bei freier rechte Spur ist diese zu nutzen. Auf dreispurigen Autobahnen müssen Autofahrer zwar nicht sofort nach jedem Überholvorgang auf die äußerste rechte Spur wechseln, wenn kurz darauf ein weiterer Überholvorgang absehbar ist.

Doch wer ohne Grund auf der mittleren Spur verbleibt, zwingt andere zu riskanten Manövern – etwa plötzlichen Spurwechseln oder verbotenem Rechtsüberholen. Auch Drängeln, aggressives Spurwechseln oder Lichthupe als Einschüchterung sind gefährlich und verboten. Zwar gibt es auf Autobahnen keine festgelegte Mindestgeschwindigkeit, doch unnötig langsames Fahren, das den Verkehrsfluss behindert, ist nicht erlaubt.

Um das Bewusstsein für das Problem zu schärfen, startete die Pforzheim Polizei Anfang 2024 eine Kampagne mit witzigen Videos, Memes und kurzen Clips auf Instagram und TikTok. Die Inhalte zeigten absurde Verkehrssituationen und zielten besonders auf jüngere Zielgruppen ab. Die Resonanz war enorm: Über 500.000 Aufrufe, tausende Likes, Shares und positive Kommentare wie "Endlich mal lustig und treffend!" Doch nicht alle waren begeistert – manche Autofahrer fühlten sich angegriffen und argumentierten, Mittelspurfahren sei nicht gefährlich. Einige reichten sogar formelle Beschwerden ein.

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Christian Schulze, Pressesprecher der Polizei, verteidigte den Ansatz: Humor mache die Botschaft wirksamer und zugänglicher. Rechtsüberholen bleibe verboten – mit Bußgeldern ab 30 Euro innerorts und 100 Euro außerorts, dazu ein Punkt in Flensburg.

Die Aktion hat die Risiken des Mittelspurfahrens ins Rampenlicht gerückt, spaltet aber die Meinungen. Während einige Autofahrer den kreativen Aufklärungsversuch loben, fühlen sich andere zu Unrecht kritisiert. Die Polizei betont weiterhin: Wer sich an die "Rechtsfahrgebot"-Regel hält, erhöht die Sicherheit und reduziert gefährliche Situationen auf den Autobahnen.

Quelle