Pharma- und Biotechverbände fordern von Warken dringende Reformen für den Standort Deutschland
Darko CarstenPharma- und Biotechverbände fordern von Warken dringende Reformen für den Standort Deutschland
Fünf Verbände der Pharma- und Biotechnologiebranche haben Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zu sofortigem Handeln aufgefordert. In einem gemeinsamen Schreiben warnten sie, dass jüngste politische Maßnahmen die Stabilität des deutschen Pharmasektors gefährdet hätten. Die Verbände forderten eine umfassende, abgestimmte Strategie, um die Zukunft des Standorts Deutschland in der Branche zu sichern.
Die Organisationen kritisierten das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz scharf und behaupteten, es habe für Unternehmen erhebliche Planungsunsicherheit geschaffen. Maßnahmen wie strengere Preisvorgaben für patentgeschützte Medikamente und verschärfte mengenbasierte Abrechnungsregeln seien kein geeigneter Lösungsansatz.
Stattdessen plädierten sie für strukturelle Reformen, um Deutschlands Position als wettbewerbsfähiger Pharmastandort zu stärken. Besorgnis äußerten sie über die wachsende Abhängigkeit des Landes von China bei essenziellen Pharmarohstoffen und Schlüsseltechnologien. Zudem verwiesen sie auf die Handels- und Arzneimittelpreispolitik der USA, die ihnen zufolge den Zugang Deutschlands zu innovativen Therapien erschwere.
Obwohl die Verbände einräumten, dass der jüngste Pharma-Dialog dazu beigetragen habe, Vertrauen wiederherzustellen, betonten sie, dass nun entschlossenere Schritte nötig seien. Sie schlugen eine ressortübergreifende Pharma-Strategie vor, an der alle relevanten Bundesministerien und die Bundeskanzlei mitwirken sollten. Die Verbände ergänzten, sie hätten bereits Reformvorschläge eingereicht, auf die es jedoch bisher keine offizielle Rückmeldung gegeben habe.
Der Appell unterstreicht die Dringlichkeit eines einheitlichen Vorgehens zum Schutz der deutschen Pharmaindustrie. Ohne zügiges Handeln drohe dem Land der Anschluss in der globalen Konkurrenz verloren zu gehen, warnten die Verbände. Ihr Aufruf erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Politik vor der Herausforderung steht, Kostendämpfung mit der langfristigen Stabilisierung des Sektors in Einklang zu bringen.






