Regionalverkehr in Südwestdeutschland bleibt unterdurchschnittlich trotz leichter Fortschritte
Carolina LangeRegionalverkehr in Südwestdeutschland bleibt unterdurchschnittlich trotz leichter Fortschritte
Regionalverkehr in Südwestdeutschland: Kaum Fortschritte trotz leichter Verbesserungen
Trotz eines leichten Anstiegs der Gesamtbewertungen zeigt der Regionalverkehr in Südwestdeutschland weiterhin kaum Qualitätsfortschritte. Eine aktuelle Auswertung von 33 Strecken offenbart, dass die meisten Netze nach wie vor mit Sauberkeit, Pünktlichkeit und Fahrgastzufriedenheit kämpfen. Nur zehn der 33 bewerteten Verbindungen erreichten mehr als 50 von 100 möglichen Punkten.
Die Bewertung umfasste zentrale Kriterien wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Sitzplatzkapazitäten und Zugsauberkeit. Zwar verzeichneten einige Betreiber Fortschritte, doch das allgemeine Niveau bleibt niedrig: Der Durchschnittswert stieg lediglich auf 45,4 Punkte – nur 0,8 Punkte höher als im Vorjahr.
Das aktuelle Ranking zeichnet ein gemischtes Bild der Region. Die Bodensee-Bahn, betrieben von DB Regio, verzeichnete den größten Sprung: Von Platz 32 Ende 2023 kletterte sie auf Rang 10 und steigerte ihre Punktzahl um 36 Zähler – der stärkste Zuwachs aller Netze.
An der Spitze dominierten die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) mit dem Netz Klettgau zwischen Erzingen und Schaffhausen (91,9 Punkte). Es folgten die Schwäbische Alb-Bahn (89,1 Punkte) und die SBB-Strecke Schaffhausen–Singen (86,9 Punkte). Diese Verbindungen überzeugten besonders durch hohe Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Fahrgastzufriedenheit.
Am unteren Ende der Liste zeigen sich jedoch anhaltende Probleme: Das Franken/Enz-Netz von Arverio landete mit nur 21,9 Punkten auf Platz 31, während die Murrbahn desselben Betreibers sogar auf 12,6 Punkte kam. Am schlechtesten schnitt das Hochrhein-Netz von DB Regio ab – mit lediglich 6,8 Punkten. Fahrgäste auf diesen Strecken klagten über nachlassende Sauberkeit und anhaltende Zuverlässigkeitsmängel.
Obwohl es 2023 leichte Verbesserungen bei Pünktlichkeit, Sitzplatzangebot und Zuverlässigkeit gab, bleibt die Gesamtqualität schwach. Der Tiefpunkt wurde Ende 2022 erreicht, als der Durchschnittswert auf 36,7 Punkte sank. Seither verlaufen die Fortschritte zäh – der aktuelle Schnitt liegt weiterhin deutlich unter 50 Punkten.
Aktualisierte Pünktlichkeitsdaten für 2025 oder 2026 liegen noch nicht vor. Allerdings deuten allgemeine Berichte auf eine hohe Fahrgastzufriedenheit im Jahr 2024 sowie auf einen Rekordwert bei den Zugkilometern hin: 92 Millionen in der gesamten Region.
Das Ranking zeigt: Zwar haben einige Netze bemerkenswerte Fortschritte gemacht, doch der Großteil der Regionalbahnen in Südwestdeutschland bleibt unterdurchschnittlich. Sauberkeit und Zuverlässigkeit bleiben zentrale Schwachstellen – nur ein Bruchteil der Strecken erfüllt grundlegende Qualitätsstandards. Der minimale Anstieg der Durchschnittswerte legt nahe, dass tiefgreifende systemische Reformen nötig sind, um das Serviceniveau nachhaltig zu verbessern.






