14 March 2026, 08:21

Rekord-Landtag 2026: Baden-Württembergs größtes Parlament aller Zeiten

Ein detaillierter Grundrissplan des ehemaligen Bürogebäudes des deutschen Bundeskanzlers, der den Aufbau des Gebäudes mit verschiedenen Räumen und Textanmerkungen zeigt.

Warum der Landtag so groß wie nie zuvor ist - Rekord-Landtag 2026: Baden-Württembergs größtes Parlament aller Zeiten

Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg: Größtes Parlament der Landesgeschichte

Die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg hat das mit Abstand größte Parlament in der Geschichte des Bundeslandes hervorgebracht. Mit nun 157 Abgeordneten ist der Zuwachs auf eine umstrittene Wahlrechtsreform zurückzuführen, die 2021 eingeführt wurde. Kritiker hatten seit Langem gewarnt, dass die Änderungen zu einem aufgeblähten Parlament führen könnten – und genau das ist nun eingetreten.

Die Reform ersetzte das alte System durch ein Zweistimmmodell, das mehr Gerechtigkeit und eine bessere Geschlechterrepräsentation bewirken sollte. Nach den neuen Regeln geben Wähler zwei Stimmen ab: eine für einen Direktkandidaten aus ihrem Wahlkreis und eine für die Landesliste einer Partei. Diese Umstellung führte zu Überhang- und Ausgleichsmandaten, wodurch die Abgeordnetenzahl weit über die ursprünglich geplante Größe von 200 Mitgliedern hinauswuchs.

Eines der zentralen Ziele der Reform war es, den Frauenanteil im Landtag zu erhöhen. Bei der Wahl 2026 zogen 28 Frauen und 37 Männer ein, sodass der Frauenanteil von 44 Prozent in der vorherigen Legislaturperiode auf 48 Prozent stieg. Doch die generelle Vergrößerung des Parlaments stieß auf scharfe Kritik – Gegner sprachen von einem "Mega-Landtag".

Von den zusätzlichen Sitzen profitierten vor allem die größeren Parteien: Die CDU erhielt 14 Überhangmandate, die Grünen 13 zusätzliche Sitze. Die AfD kam auf 8 Extra-Mandate, die SPD erhielt 2 Ausgleichsplätze. Die FDP versuchte, die Reform mit einer Bürgerinitiative zu stoppen, scheiterte jedoch an mangelnder Unterstützung.

Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei mehr Direktmandate gewinnt, als ihr nach dem Verhältniswahlrecht zustehen. Um die Balance wiederherzustellen, werden Ausgleichsmandate vergeben – was das Parlament weiter aufbläht. Das Ergebnis ist ein Landtag, der deutlich größer ausfällt als ursprünglich vorgesehen. Kritiker verweisen auf höhere Kosten und eine sinkende Effizienz.

Die Wahl 2026 hat damit ein Rekordparlament beschert: 157 Abgeordnete nehmen nun ihre Arbeit auf. Zwar ist der Frauenanteil gestiegen, doch die massive Erweiterung hat die Debatte über Kosten und Arbeitsfähigkeit neu entfacht. Das Zweistimmmodell, das eigentlich die Repräsentation verbessern sollte, hat stattdessen genau die Probleme geschaffen, vor denen seine Gegner stets gewarnt hatten.

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