Rollstuhlfahrer entgeht in Ravensburg nur knapp einer Zugkatastrophe
Marijan MangoldRollstuhlfahrer entgeht in Ravensburg nur knapp einer Zugkatastrophe
Zwei Menschen entgehen nur knapp einer Zugkollision am Donnerstagnachmittag bei Mittelurbach im Landkreis Ravensburg
Am Donnerstagnachmittag sind ein 80-jähriger Rollstuhlfahrer und seine 76-jährige Begleiterin in Mittelurbach im Landkreis Ravensburg nur knapp einer Kollision mit einem Zug entgangen. Die beiden befanden sich auf den Gleisen, als sich ein Zug näherte. Die Behörden haben inzwischen Ermittlungen zu dem Vorfall eingeleitet.
Der Zwischenfall ereignete sich gegen 15:45 Uhr, als die Frau versuchte, den Mann über einen unbeschrankten Bahnübergang zu schieben. Dabei übersah sie sowohl das rote Warnlicht als auch den herannahenden Zug auf der Strecke von Kißlegg nach Aulendorf. Als der Zug sich näherte, betätigte der Lokführer die Hupe und leitete eine Notbremsung ein.
Die Frau zog den Rollstuhl im letzten Moment noch rechtzeitig von den Gleisen – eine Kollision konnte so verhindert werden. Verletzte gab es keine, doch das Bundespolizeiinspektion Konstanz hat die Untersuchungen aufgenommen. Es besteht der Verdacht auf einen Verstoß gegen die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung.
Dieser Beinahe-Unfall reiht sich in einen allgemeinen Rückgang von Unfällen an Bahnübergängen der Deutschen Bahn ein. Im Jahr 2023 wurden 154 solche Vorfälle registriert – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 603 Kollisionen im Jahr 1995.
Die Ermittlungen sollen klären, ob Anklage wegen Störung des Bahnbetriebs erhoben wird. Der unbeschrankte Übergang bleibt nach dem Vorfall weiter im Fokus der Behörden. Die Sicherheitslage an ähnlichen Übergängen in der Region wird weiterhin überwacht.






