Wärmewende im Alltag: Wie Baden-Württemberg bis 2040 klimaneutral heizen will
Carolina LangeWärmewende im Alltag: Wie Baden-Württemberg bis 2040 klimaneutral heizen will
Große partizipative Untersuchung: Wie die Wärmewende den Alltag verändert – Start am 17. September
Am 17. September startet eine neue partizipative Recherche zur Auswirkung der Wärmewende auf das tägliche Leben. Unter der Leitung von SWR und CORRECTIV soll das Projekt Erfahrungen aus der Bevölkerung sammeln, während Baden-Württemberg bis 2040 eine klimaneutrale Wärmeversorgung anstrebt. Aktuell basieren noch über 73 Prozent der Heizungen im Land auf Öl und Gas – ein Wert, der in den nächsten zwei Jahrzehnten auf null sinken muss.
Den Auftakt bildet eine Online-Umfrage unter dem Titel "Druck im System: Wie betrifft mich die Wärmewende?", die ab dem 17. September verfügbar ist. Parallel beginnt CrowdNewsroom mit der Sammlung von Bürgerfragen und -erfahrungen, um die Untersuchung mitzugestalten.
Ab Oktober gehen Pop-up-Studios in drei Städten auf Tour, um vor Ort Diskussionen anzuregen und Informationen zu vermitteln. Den Anfang macht Stuttgart (14. bis 22. Oktober), es folgen Vaihingen an der Enz (28. bis 31. Oktober) und Lörrach (4. bis 8. November). Im Fokus stehen dabei praktische Herausforderungen, vor denen Haushalte und Kommunen beim Umstieg auf neue Heizlösungen stehen.
Die Landesregierung hat bereits Unterstützung ausgeweitet – etwa über das Programm "Klimaschutz-Plus für Kommunen". Teil 1 sieht finanzielle Zuschüsse für die Sanierung kommunaler Gebäude vor, mit zusätzlichen Mitteln für Schulen. Teil 2 fördert strategische Maßnahmen wie Treibhausgasbilanzen, Energiemanagement und Bürgerbeteiligung, wobei die Gelder nach dem Windhundprinzip vergeben werden.
Trotz dieser Hilfen kämpfen viele Kommunen mit großen Hürden: Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 90 Prozent fehlende Finanzmittel als größtes Hindernis nennen. 66 Prozent brauchen mehr Personal, und 88 Prozent fordern klarere rechtliche Rahmenbedingungen für die Planung. Die KEA-BW (Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg) bietet zudem Studien zur Finanzierung von Wärmenetzen an – von Betreibermodellen bis zur wirtschaftlichen Machbarkeit.
Die Untersuchung läuft parallel zu bestehenden Landesprogrammen und Bürgerbefragungen. Da der Großteil der Heizungen noch immer auf fossilen Brennstoffen basiert, könnten die Ergebnisse Lücken in Förderung, Personalausstattung und Politik aufdecken. Die Erkenntnisse könnten auch beeinflussen, wie Baden-Württemberg den Umstieg auf klimaneutrale Wärme in den nächsten 16 Jahren beschleunigt.






