Wie das EEG ein kleines Solarunternehmen zum Vorreiter der Energiewende machte
Xaver Dussen vanWie das EEG ein kleines Solarunternehmen zum Vorreiter der Energiewende machte
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) revolutionierte die deutsche Solarbranche nach seinem Start am 1. April 2000. Ein lokales Unternehmen, die Hartmann Energietechnik, wuchs mit der Politik mit – begann klein, expandierte später aber während des Booms der erneuerbaren Energien. Die Firmengeschichte spiegelt die Höhen und Tiefen der Branche über zwei Jahrzehnte wider.
Thomas Hartmann gründete sein Solarunternehmen 1994, zunächst mit dem Großhandel von solarthermischen Anlagen. Im Jahr 2000 zählte das Unternehmen gerade einmal fünf Mitarbeiter. Noch im selben Jahr realisierte es sein erstes Photovoltaik-Projekt: eine 4,5-Kilowatt-Anlage auf einem Haus in Rottenburg. Damals galt selbst eine fünf Kilowatt starke Dachinstallation als ehrgeizig.
Mit der Einführung des EEG setzte ein rasantes Wachstum ein. Hartmann Energietechnik beschäftigte zeitweise bis zu 15 Mitarbeiter. 2006 eröffnete das Unternehmen das Sonnenzentrum in Oberndorf – eine eigens errichtete Anlage mit Produktion von Solarkollektoren, Büros und einem Restaurant. In dieser Phase entstand auch das erste Bürger-Solarprojekt der Region: eine 24-Kilowatt-Anlage an einer örtlichen Grundschule.
Der Erfolg des Unternehmens zog sogar Politiker in seinen Bann. 2001 lud die damalige Bundesjustizministerin Hertha Däubler-Gmelin Wirtschaftsminister Werner Müller nach Oberndorf ein, um die Auswirkungen des EEG vor Ort zu begutachten. Trotz späterer Herausforderungen, darunter ein siebenjähriger Abschwung von 2011 bis 2018, hielt sich Hartmann Energietechnik über Wasser. 2023 installierte das Unternehmen sogar eine Photovoltaikanlage für Däubler-Gmelin persönlich.
Von bescheidenen Anfängen bis zum Überstehen magerer Jahre – die Geschichte von Hartmann Energietechnik steht exemplarisch für die Entwicklung der deutschen Erneuerbaren-Branche. Während das EEG Türen öffnete, hinterließen Projekte wie das Sonnenzentrum und lokale Solarinstallationen bleibende Spuren. Heute ist das Unternehmen weiterhin aktiv und trägt weiterhin zur Energiewende in der Region bei.






