Wie die Disco in den 70ern die Popkultur revolutionierte und bis heute nachwirkt
Carolina LangeWie die Disco in den 70ern die Popkultur revolutionierte und bis heute nachwirkt
Der Aufstieg der Disco in den mittleren 1970er-Jahren war rasant und prägend. Was als Sound einer Subkultur begann, wurde innerhalb weniger Monate zur definierenden Musik einer ganzen Generation. Ihr Reiz lag in der Einfachheit: ein gleichmäßiger Beat, ein mitreißender Groove und eine Tanzfläche, die allen offenstand.
Im Winter 1975/76 entstand ein unerwarteter Hit. Die Single „Fly Robin Fly“ der deutschen Band Silver Convention bestand aus nur sechs Worten, die über einer treibenden Bassline in Schleife liefen. Bis zum Frühling 1976 stürmte der Song die Spitze der US-Charts und läutete den weltweiten Durchbruch der Disco ein.
Zur gleichen Zeit arbeitete Giorgio Moroder in München mit Donna Summer zusammen. Ihre Aufnahmen wie „Love to Love You Baby“ und „I Feel Love“ setzten neue Maßstäbe für das Genre. Unterdessen verband Frank Farians Boney M. karibische Rhythmen mit Disco-Beats und schuf internationale Erfolge wie „Daddy Cool“.
Die Bee Gees fanden 1976 mit „You Should Be Dancing“ zu ihrem eigenen Disco-Klang. Ein Jahr später festigte „Saturday Night Fever“ den Platz der Disco in der Popkultur und prägte sowohl ihren Sound als auch ihren Stil. Anders als der Rock verzichtete die Disco auf selbsternste Attitüden – sie feierte stattdessen Spaß und Zugänglichkeit. Ihre Kraft lag darin, dass sie kein musikalisches Vorwissen verlangte, nur die Bereitschaft, sich zur Musik zu bewegen.
Der Einfluss der Disco reichte weit über ihre Ära hinaus. Ihre Ideen formten die Popmusik über Jahrzehnte und hallen im Werk von Künstlern von Madonna bis Beyoncé nach. Die Revolution war da – und ihre Wirkung blieb lange bestehen, noch lange nachdem die letzte Platte abgespielt wurde.
