08 June 2026, 10:17

100.000-Euro-Strafe für Meta: Gericht rügt verzögerte Löschung falscher Kriegsverbrecher-Vorwürfe

Strafe von 100.000 Euro

100.000-Euro-Strafe für Meta: Gericht rügt verzögerte Löschung falscher Kriegsverbrecher-Vorwürfe

Ein deutsches Gericht hat Meta zu einer Strafe von 100.000 Euro verurteilt, weil das Unternehmen falsche Vorwürfe gegen einen in Gaza eingesetzten Soldaten nicht gelöscht hatte. In den Beiträgen war der Soldat fälschlicherweise als Kriegsverbrecher bezeichnet worden – inklusive seines vollständigen Namens und eines Fotos. Der Fall landete vor der Pressestrafkammer des Landgerichts Frankfurt, nachdem der Soldat rechtliche Schritte eingeleitet hatte.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Soldat hatte Beschwerde gegen Meta eingereicht, woraufhin das Gericht am 23. März 2026 eine Anordnung erließ. Diese verfügte die sofortige Löschung der diffamierenden Inhalte von Facebook. Dennoch blieben die Beiträge bis zum 8. und 10. April 2026 abrufbar.

Meta führte die Verzögerung auf interne Prozesse zurück, doch das Gericht wies diese Begründung zurück. Die Richter betonten, dass die Schwere der falschen Anschuldigungen – verbunden mit der öffentlichen Bloßstellung der Identität des Soldaten – die Verzögerung inakzeptabel mache.

Am 28. Mai 2026 verhängte das Landgericht Frankfurt die Strafe. Es begründete dies mit der Nichteinhaltung der Löschanordnung über einen Zeitraum von 15 bis 17 Tagen, was einen klaren Verstoß darstelle. Das Gericht urteilte, dass das Untätigbleiben des Unternehmens die hohe Strafe rechtfertige.

Die Geldbuße von 100.000 Euro unterstreicht die Haltung des Gerichts zu Metas anhaltender Nichtbefolgung der Anordnung. Der Fall zeigt die rechtlichen Konsequenzen auf, die drohen, wenn nicht schnell genug gegen schädliche Falschinformationen vorgegangen wird. Die Identität und der Ruf des Soldaten waren wochenlang über die gerichtliche Frist hinaus öffentlich preisgegeben.

Quelle