Anonymer Brief erschüttert Stadttheater Fürth: Toxisches Arbeitsklima vorgeworfen
Darko CarstenAnonymer Brief erschüttert Stadttheater Fürth: Toxisches Arbeitsklima vorgeworfen
Anonymer Brief sorgt für Unruhe am Stadttheater Fürth
Ein anonymer Brief hat am Stadttheater Fürth für Aufruhr gesorgt: Darin wird der Intendantin, Dr. Silvia Stolz, vorgeworfen, ein toxisches Arbeitsklima zu fördern. Die Vorwürfe beschreiben eine Atmosphäre der Angst und psychischen Belastung seit ihrem Amtsantritt Ende 2023. Währenddessen laufen die Vorbereitungen für eine anstehende Premiere weiter – doch die Belegschaft bleibt angesichts der Anschuldigungen gespalten.
Der anonym verfasste Brief, der vorgibt, 25 festangestellte Mitarbeiter zu vertreten, zeichnet ein düsteres Bild der Arbeitsbedingungen unter Stolz’ Führung. Es wird eine Kultur des Misstrauens und emotionaler Überforderung beschrieben, wobei keine konkreten Namen genannt werden.
Der Dramaturg Udo Eidinger wies die Glaubwürdigkeit des Schreibens zurück und argumentierte, ein anonymes Dokument könne nicht für die gesamte Belegschaft sprechen. Stattdessen hob er Stolz’ Erfolge hervor, darunter eine engere Verbindung zur Stadt und ein zugänglicheres Theaterprogramm. In ihrer ersten Spielzeit verzeichnete das Haus über 100.000 Besucher, 95.000 verkaufte Tickets und ein deutliches Wachstum im Bereich des Jugendtheaters.
Auch der Theaterkurator Maurice Schönleben (SPD) verteidigte Stolz öffentlich und bezeichnete sie als die richtige Führungskraft für die laufende Transformation der Institution. Die Fortschritte seit 2023 seien Beleg für ihre Wirksamkeit, so Schönleben. Trotz der Turbulenzen konzentrieren sich viele Mitarbeiter weiterhin auf ihre Arbeit – ein Kernteam probt mit Leidenschaft für die nächste Produktion.
Einige Beschäftigte geben jedoch zu, verunsichert zu sein. Sie warten auf klarere Kommunikation und versuchen gleichzeitig, ihre Bedenken mit den Anforderungen ihres Berufs in Einklang zu bringen.
Der Konflikt hat eine Spaltung im Theater offenbart: Während die einen Stolz’ Vision unterstützen, hinterfragen andere ihren Führungsstil. Der anonyme Brief verstärkt die Unsicherheit und zwingt die Belegschaft, ihren Arbeitsalltag mitten in der Debatte zu bewältigen. Bis auf Weiteres gilt jedoch: Der Vorhang geht auf – die nächste Vorstellung muss über die Bühne.






