Atomfonds-Chefin fordert radikale Rentenreform mit Aktienpflicht für alle
Carolina LangeAtomfonds-Chefin fordert radikale Rentenreform mit Aktienpflicht für alle
Anja Mikus, die Chefin des staatlichen deutschen Atomfonds Kenfo, fordert eine grundlegende Wende bei der Rentenreform. Ihr Vorschlag sieht vor, dass alle Versicherten – selbst solche mit geringen Beiträgen – in ein verpflichtendes aktienbasiertes Rentensystem einbezogen werden. Die Initiative ist Teil einer breiteren Strategie, um die Investitionen in Aktien zur langfristigen finanziellen Absicherung auszubauen.
Mikus leitet Kenfo seit 2017 und verwaltet dort einen Fonds mit einem Volumen von derzeit rund 26,5 Milliarden Euro. Seine Hauptaufgabe besteht in der Finanzierung der Lagerung radioaktiver Abfälle aus den stillgelegten deutschen Atomkraftwerken – und zwar bis zum Jahr 2100.
Ihrer Ansicht nach würde eine stärkere Ausrichtung auf die Kapitalmärkte der gesamten Bevölkerung zugutekommen. Als Vorbild nennt sie den schwedischen Staatsfonds AP7, der in der Öffentlichkeit großes Vertrauen genießt, weil die Menschen dessen Erträge sehen. Mikus ist überzeugt, dass ein ähnliches Modell in Deutschland das Vertrauen in die Rente stärken könnte.
Ihr Plan umfasst ein verpflichtendes System, in das auch Geringverdiener einzahlen. Ziel ist es, durch Aktieninvestitionen eine nachhaltigere und inklusivere Rentenstruktur zu schaffen. Die Reform würde einen deutlichen Kurswechsel in der deutschen Altersvorsorge bedeuten. Sollte sie umgesetzt werden, könnte sie die Beteiligung der Arbeitnehmer am Aktienmarkt ausweiten und gleichzeitig die langfristige finanzielle Stabilität sichern. Die Erfahrung von Kenfo bei der Verwaltung großer Fondsvermögen könnte dabei eine wichtige Rolle spielen.






