21 March 2026, 00:31

Baden-württembergische Apotheker protestieren für faire Löhne und gegen Bürokratie

Eingang einer Apotheke mit einem "Apotheke"-Schild links, einer Tafel mit Text rechts und beleuchteten Lampen über dem Dach.

Baden-württembergische Apotheker protestieren für faire Löhne und gegen Bürokratie

Apotheker in Baden-Württemberg protestieren für faire Bezahlung und weniger Bürokratie

Am 20. März 2026 haben Apotheker in ganz Baden-Württemberg Flagge gezeigt und sich vor der Christoph-Apotheke in Pforzheim versammelt. Die vom Landesapothekerverband (LAV) organisierte Kundgebung forderte höhere Vergütungen, weniger bürokratischen Aufwand und besseren Schutz vor der Konkurrenz durch Online-Apotheken. Fast 150 Apotheken beteiligten sich an der Demonstration – ein seltenes Zeichen der Geschlossenheit in der Branche.

Im Mittelpunkt des Protests standen die seit langem bestehenden finanziellen Probleme des Sektors. Die letzte nennenswerte Anpassung der Apothekengebühren liegt mehr als zwei Jahrzehnte zurück; 2013 gab es lediglich eine marginale Erhöhung um 25 Cent – ein Schritt, den Andreas Plommer, Inhaber der Christoph-Apotheke, als "bedeutungslos" bezeichnete. Die Frustration war so groß, dass Plommer zunächst für einen vollständigen Streik plädierte. Sein Argument: Würden alle Notdienstapotheken schließen, säße die Politik stärker unter Druck, da Patienten auf teurere Krankenhausversorgung ausweichen müssten.

Laut Christian Kraus, Vorsitzender des LAV, erforderte es großen Aufwand, fast alle Apotheken zu bewegen, für einen Tag zu schließen. Er betonte die Notwendigkeit von Sichtbarkeit und Solidarität und verwies darauf, dass sich viele Apotheker die Zeit und Kosten für Fahrten nach München zu Verhandlungen schlicht nicht leisten könnten. Stattdessen rief der Verband zu einer dezentralen Protestaktion auf – mit der Aufforderung an das Personal, in Arbeitskleidung mit Plakaten und Flugblättern teilzunehmen.

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Die Christoph-Apotheke selbst blieb aufgrund ihres Notdienstes geöffnet, eine gesetzliche Verpflichtung, die Plommer nicht umgehen konnte. Um den Tag zu bewältigen, setzte er zusätzliches Personal ein – fünf Mitarbeiter am Vormittag und vier am Nachmittag. Die Demonstranten konzentrierten sich auf drei zentrale Forderungen: höhere Erstattungssätze für Medikamente, weniger Papierkram und Maßnahmen gegen die unfaire Konkurrenz durch Online-Apotheken.

Bei der Kundgebung in Pforzheim schlossen sich 150 Apotheken zusammen, um öffentlich Reformen einzufordern. Der Notdienst lief weiter, sodass die Patientenversorgung gesichert blieb. Der Protest machte einmal mehr auf die tief verwurzelten Probleme bei der Finanzierung und Regulierung von Apotheken aufmerksam. Nun wartet die Branche auf eine Reaktion der Politik.

Quelle