Ulms Schuldenberg wächst trotz 25 Millionen Steuerplus auf Rekordniveau
Darko CarstenUlms Schuldenberg wächst trotz 25 Millionen Steuerplus auf Rekordniveau
Ulm bleibt trotz Steuermehreinnahmen von 25 Millionen Euro auch 2025 in der finanziellen Krise
Trotz eines Anstiegs der Steuereinnahmen um 25 Millionen Euro bleibt die Haushaltslage Ulms für 2025 angespannt. Die Schulden der Stadt sind auf den höchsten Stand seit 2007 gestiegen, was den Handlungsspielraum für neue Projekte stark einschränkt. Steigende Kosten und Pflichtabführungen haben den Großteil der zusätzlichen Einnahmen aufgezehrt.
Ein beträchtlicher Teil der Mehreinnahmen in Höhe von 25 Millionen Euro stammt aus höheren Gewerbesteuereinnahmen, die insgesamt rund 192 Millionen Euro erreichten. Doch ein Großteil dieses Zuwachses geht auf Einmalzahlungen und Nachsteuern zurück – nicht auf nachhaltiges Wachstum. Nach den vorgeschriebenen Abgaben an Bund und Land verblieb Ulm netto nur ein Plus von 25 Millionen Euro.
Die Schulden der Stadt stiegen 2025 um etwa 31 Millionen Euro und erreichten damit insgesamt 129 Millionen Euro – den höchsten Wert seit 2007. Innerhalb der letzten zwei Jahre hat sich die Verschuldung nahezu verdoppelt, getrieben durch explodierende Infrastrukturinvestitionen, steigende Personal- und Sozialkosten sowie höhere Materialausgaben. Für 2027 wurden zusätzlich 47,7 Millionen Euro zurückgestellt, um Ausfälle bei der Gewerbesteuer im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs abzufedern.
Unvorhergesehene Belastungen verschärften die Lage: Ungeplante und Notfallausgaben summierten sich auf rund 12,6 Millionen Euro. Die zusätzlichen Steuereinnahmen wurden schnell von den wachsenden Ausgaben verschluckt, sodass keine Mittel für größere neue Vorhaben übrig blieben. Zum zweiten Mal in Folge wird Ulm keine Rücklagen für Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen bilden – was künftige Investitionen erschwert.
Die Haushaltszahlen für 2025 bestätigen die anhaltende Budgetnot Ulms: Die Schulden erreichen ein 17-Jahres-Hoch, während die Liquidität weiter sinkt. Trotz höherer Einnahmen lassen Pflichtabführungen und explodierende Kosten keinen Spielraum für neue Ausgaben. Weitere Schuldensteigerungen sind zu erwarten, da der Infrastrukturbedarf und die Betriebskosten auf hohem Niveau bleiben.






